Stadtohr

Stadtrundgang Ulm · Station 9 von 16

Stadtarchiv Ulm

1515 · archiv, schwörhaus, reichsstadt, stadtgeschichte

Ausführlich

Sie stehen vor dem Schwörhaus am Weinhof, Hausnummer 12. Es ist der Hauptsitz des Hauses der Stadtgeschichte, des Stadtarchivs Ulm. Das Schwörhaus wurde 1613 als reichsstädtischer Repräsentationsbau errichtet und ist der Ort der alljährlichen Schwörmontags-Feier. Ulm hat nach dem Wikipedia-Quelle zur Stadt mit dem Großen Schwörbrief die älteste Verfassung einer deutschen Stadt. Das Archiv ist das Gedächtnis der Stadt. Seine Geschichte ist eng mit der Ausbildung der Stadtgemeinde im 12. und 13. Jahrhundert verbunden. Seit dem Spätmittelalter betreuten die Stadtschreiber Urkunden und Privilegien im Rathaus. Mit der reichsstädtischen Ämterverwaltung seit dem späten 15. Jahrhundert wuchsen die Bestände so, dass sie geordnet werden mussten. Am 18. Juli 1515 stellte der Rat den Registrator Peter Mann an, den ersten Ulmer Archivar. Schon drei Jahre später legte er ein erstes Findmittel für die im Steuerhaus verwahrten Urkunden vor. Dann die Brüche. Als Ulm 1802 bayerisch wurde und 1810 württembergisch, gingen zahlreiche reichsstädtische Archivalien verloren. Erst 1837 wurde wieder ein Archivar eingestellt. Am 1. Oktober 1908 zog das Stadtarchiv in das Schwörhaus ein. Im Zweiten Weltkrieg verhinderte eine rechtzeitige Verlagerung größere Verluste. 2007 wurde das Gebäude nach einem Umbau neu eröffnet, das Archiv hieß nun Haus der Stadtgeschichte. Heute verwahrt es 6.000 laufende Meter Akten, etwa 10.000 reichsstädtische Urkunden seit dem 12. Jahrhundert, eine geschlossene Serie der Ratsprotokolle seit 1501, ungefähr 150.000 Fotografien und 450.000 Negative. Besonders ist die weltweit einmalige Sammlung gotischer Münsterrisse. Im Erdgeschoss des Hauses zeigt seit 2007 eine Dauerausstellung die wichtigsten Ereignisse der Ulmer Stadtgeschichte. 2015 veröffentlichte das Archiv ein Totengedenkbuch über die Toten des Zweiten Weltkrieges. Und seit dem 4. Juli 2024 gehört das Museum „Die Einsteins – Museum einer Ulmer Familie“ in der Nähe, am Weinhof 19, zum Haus. Albert Einstein wurde in Ulm geboren.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Schwörhaus am Weinhof, dem Sitz des Hauses der Stadtgeschichte, des Stadtarchivs Ulm. Das 1613 errichtete Gebäude ist auch der Ort der Schwörmontags-Feier. Das Archiv verwahrt etwa 10.000 reichsstädtische Urkunden seit dem 12. Jahrhundert.

Für Kinder

Du stehst vor dem Schwörhaus. Es wurde 1613 gebaut. Heute ist das Stadtarchiv darin: das Gedächtnis der Stadt. Hier liegen etwa 10.000 Urkunden aus der Zeit, als Ulm eine Reichsstadt war, manche schon aus dem 12. Jahrhundert. Dazu kommen Akten, die aneinandergereiht 6.000 Meter lang wären, und 150.000 Fotos. Die Ratsprotokolle gibt es seit 1501. Der erste Archivar, Peter Mann, fing 1515 an. In der Nähe ist das Museum über die Familie Einstein. Albert Einstein wurde in Ulm geboren. Was würdest du für die Nachwelt aufbewahren?

Quellen

Koordinaten: 48.39629, 9.99047 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.