Stadtohr

Stadtrundgang Ulm · Station 8 von 16

IRGW-Gemeindezentrum Ulm

2012 · synagoge, gemeindezentrum, neubau, jüdisches leben

Ausführlich

Sie stehen vor dem IRGW-Gemeindezentrum, dem Gemeindezentrum der orthodoxen jüdischen Gemeinde Ulm, mitten in der Altstadt, direkt neben dem Schwörhaus. Nur wenige Meter entfernt stand die alte Ulmer Synagoge, die in den Novemberpogromen 1938 zerstört wurde. Bauherr und Eigentümer ist die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs mit Sitz in Stuttgart. Das Zentrum umfasst eine Synagoge, eine Mikwe, einen Gemeindesaal, eine Bibliothek, einen Kindergarten und ein Jugendzentrum. Der Bau entstand nach Entwürfen der Architektin und Stadtplanerin Susanne Gross aus Köln. Die feierliche Einweihung war am 2. Dezember 2012, nach dem jüdischen Kalender am 18. Kislew 5773, im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck, dem israelischen Botschafter, der Bundesbildungsministerin Annette Schavan und dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg. Vor dem Ulmer Neubau wurde in Württemberg nach dem Zweiten Weltkrieg lediglich die Stuttgarter Synagoge neu gebaut. Schauen Sie an die Südostecke des Neubaus. Dort sehen Sie das Jerusalemfenster mit einem Muster aus Davidsternen. Für die Synagoge stiftete die aus Ulm stammende Familie Strauss den Toraschrein. Sie war vor dem Nationalsozialismus nach Palästina geflohen. Die Tora-Rolle spendete Herr Widerker junior mit seiner Frau. Rabbiner in Ulm ist Shneur Trebnik. Auch eine dunkle Seite gehört zu diesem Haus. In den Morgenstunden des 5. Juni 2021 kam es zu einem Brandanschlag. Ein Unbekannter leerte eine Flüssigkeit aus einer Flasche auf den Boden und zündete sie an. Ein Zeuge verständigte sofort Feuerwehr und Polizei, der Täter konnte zunächst fliehen. Als Schaden entstand eine verrußte Fassade. Im Januar 2024 verurteilte das Landgericht Ulm den Angeklagten zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Rechtskräftig wurde das Urteil durch einen Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 27. Mai 2024.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Gemeindezentrum der jüdischen Gemeinde am Weinhof, direkt neben dem Schwörhaus. Es umfasst Synagoge, Mikwe, Gemeindesaal, Bibliothek, Kindergarten und Jugendzentrum. Es wurde am 2. Dezember 2012 eingeweiht. Die Architektin ist Susanne Gross aus Köln.

Für Kinder

Du stehst vor dem Haus der jüdischen Gemeinde von Ulm. Es hat eine Synagoge, einen Kindergarten, ein Jugendzentrum, einen Gemeindesaal und eine Bibliothek. Eröffnet wurde es am 2. Dezember 2012, und sogar der Bundespräsident kam zur Feier. Schau dir die Ecke im Südosten an: Dort ist ein Fenster mit einem Muster aus Davidsternen, es heißt Jerusalemfenster. Wenige Meter von hier stand die alte Synagoge, die 1938 zerstört wurde. Wie viele Davidsterne zählst du im Fenster?

Quellen

Koordinaten: 48.3967, 9.99065 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.