Sie stehen vor dem Neuen Bau. Der Name klingt nach etwas Frischem, und tatsächlich war er ursprünglich nur eine vorläufige Bezeichnung für das Gebäude, das auch „eines Ehrsamen Rats Neuerbau“ hieß. Er blieb dem Haus für immer. Es entstand von 1584 bis 1593 als städtisches Lagerhaus, an der Stelle von Vorgängerbauten, darunter der Strölinhof, benannt nach einer Patrizierfamilie. In einem Teil davon wohnten die Herrscher des Reiches, wenn sie Ulm besuchten. Das Gelände liegt an der Nordecke der früheren Pfalz, des Kerns, aus dem sich Ulm entwickelte. Schauen Sie hinauf aufs Dach. Die Reihen der Gaubenfenster zeigen, dass das Haus vor allem Getreide lagerte: Sie dienten der Belüftung. In den gewölbten unteren Räumen lagerten Salz und Wein. Der unregelmäßig fünfeckige Bau aus Sichtbackstein hat einen Innenhof. Dort steht der Hildegard-Brunnen von 1591, von Claus Bauhofer geschaffen, heute eine Kopie von 1912. Er erinnert an Hildegard, die Frau Karls des Großen, und wahrscheinlich an die frühere Nutzung als Königs- oder Kaiserhof. Der Neue Bau war mehr als ein Lager. Seit 1648 war Ulm Tagungsort des Schwäbischen Reichskreises. Solange die Kreisdeputierten im Rathaus tagten, wichen die Ratsmitglieder hierher aus. Teile des Gebäudes dienten zeitweilig als Gefängnis. Im 900 Quadratmeter großen Innenhof fanden Bären- und Stierhatzen und Zirkusvorführungen statt. Am 19. Februar 1924 zerstörte ein Großbrand wesentliche Teile, 1927 war das Haus mit vergrößerten Fenstern wiederhergestellt. Danach zog die Württembergische Polizeidirektion ein. Während der Zeit des Nationalsozialismus residierte hier auch eine Gestapo-Dienststelle. Sie wurde im Herbst 1933 als Außenhauptstelle der Württembergischen Politischen Polizei errichtet und war mit etwa 15 Beamten und Angestellten die größte Außenstelle der Stapoleitstelle Stuttgart. 1944 verursachte ein Bombenangriff schwere Schäden, vor allem im Dach. Seit 1. Januar 2014 hat hier das Polizeipräsidium Ulm seinen Sitz.
Sie stehen vor dem Neuen Bau, der von 1584 bis 1593 hauptsächlich als städtisches Lagerhaus entstand. Das Renaissancegebäude wurde 1924 durch einen Großbrand weitgehend zerstört und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich beschädigt. Heute ist es Sitz des Polizeipräsidiums Ulm.
Dieses große Haus wurde zwischen 1584 und 1593 gebaut, als Lager für die Stadt. Vor allem Getreide wurde hier gelagert, unten im Keller auch Salz und Wein. Schau auf das Dach: Siehst du die Reihen kleiner Fenster? Sie ließen frische Luft zum Getreide. Warum, glaubst du, braucht Getreide frische Luft? Im Hof gab es einen Brunnen, und es traten Zirkusleute auf. 1924 brannte das Haus zu großen Teilen ab. Heute arbeitet hier die Polizei.
Koordinaten: 48.3975, 9.99016 · auf der Karte