Sie stehen vor der Hohen Domkirche St. Peter, der ältesten Bischofskirche Deutschlands. Was Sie sehen, ist kein Bau, sondern eine Abfolge von Bauten, die alle am selben Ort übereinander liegen. In den ältesten Schichten unter dem Dom fand man ein vornehmes römisches Wohnquartier des 2. und 3. Jahrhunderts, dazu einen reich mit Wand- und Deckenmalereien verzierten Prunksaal mit Kassettendecke. Teile davon sind unter der heutigen Vierung konserviert, die rekonstruierten Fresken hängen im Museum am Dom. Die Ausstattung war so reich, dass die Anlage teilweise auch einem spätantiken Palastbau zugeschrieben wird. Im frühen 4. Jahrhundert wurde diese Wohnbebauung abgerissen und planiert. An ihre Stelle kam eine Doppelkirchenanlage mit zwei nach Osten gerichteten, dreischiffigen Basiliken, jede etwa hundertfünfzig Meter lang. Zwischen beiden lag ein quadratisches Baptisterium, dessen Platz heute im Pflaster des Domfreihofs markiert ist. Suchen Sie die Markierung, bevor wir weitergehen. Die Säulen der Nordbasilika bestanden aus Odenwälder Granit. Daran erinnert der Domstein, der vor dem Dom liegt. Dann die Brüche. Im 5. Jahrhundert brannte der Dom nach einer Eroberung aus. Die großen Granitsäulen barsten und stürzten mit ihren Bögen ein, nur die Außenmauern blieben stehen. Im 6. Jahrhundert stellte Bischof Nicetius den quadratischen Bau wieder her, die heutige Vierung. An die vier Ecken setzte man als Ersatz für die geborstenen Säulen wiederverwendete Säulen aus Kalkstein. Nach der Verzierung ihrer Kapitelle könnten sie vom Tempel am Herrenbrünnchen stammen. Entlang der Windstraße an der Nordseite ist das zugehörige Ziegelmauerwerk noch bis auf dreißig Meter Höhe sichtbar. Eine weitere Zerstörung geschah 882, während der Raubzüge der Wikinger in den Rheinlanden. Ab 1037 baute Erzbischof Poppo den Dom weiter nach Westen. Dabei entstand ein Raum mit einer einmaligen Jochfolge: kurz, lang, kurz, lang, kurz. Im 13. Jahrhundert folgte eine grundlegende Erneuerung im spätromanischen Stil, die das heutige Innere noch prägt, mit Kreuzrippengewölben und Emporen. Und nun ein Streit, der sich in der Stadtsilhouette abzeichnet. Erzbischof Richard von Greiffenklau ließ nach 1512 den Südwestturm auf sechsundsiebzig Meter aufstocken, weil der Turm der Bürgerkirche St. Gangolf die Domtürme überragte. Zu dieser Kirche gehen wir später. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom schwer beschädigt. Ende der 1950er Jahre zeigte sich zudem, dass die Eichenpfähle, auf denen der spätantike Bauteil gegründet war, durch die Senkung des Grundwasserspiegels verfault waren. Von Grund auf restauriert wurde der Dom unter Gottfried Böhm und Nikolaus Rosiny und am 1. Mai 1974 wieder eröffnet. Umstritten war dabei das Entfernen des Innenputzes. Es hat aber einen Vorzug: Die heute weitgehend steinsichtige Gestaltung lässt die verschiedenen Bauphasen gut erkennen. Eine Quelle datiert die erste Basilika auf die Jahre zwischen 310 und 320, Wikidata nennt 1235. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt.
Sie stehen vor der Hohen Domkirche St. Peter. Sie ist die älteste Bischofskirche Deutschlands und die Mutterkirche des Bistums Trier. Zwischen 310 und 320 wurde hier eine Basilika errichtet. Mit 112,5 Metern Länge ist der Dom das größte Kirchengebäude der Stadt.
Das ist die älteste Bischofskirche in Deutschland. Hier stand zuerst ein römisches Wohnhaus mit bunt bemalten Wänden. Dann wurde es abgerissen, und zwischen 310 und 320 baute man eine große Kirche. Seitdem ist an dieser Stelle immer eine Kirche gewesen, über 1700 Jahre lang. Vor dem Dom liegt ein dicker runder Stein, der Domstein. Er erinnert an die Säulen der ersten Kirche. Die zerbrachen bei einem Brand. Drinnen kannst du gut sehen, welche Mauer wann gebaut wurde, weil der Putz fehlt. Findest du zwei Steine, die nicht gleich aussehen?
Koordinaten: 49.756111111, 6.643055555 · auf der Karte