Willkommen in Trier. Wir beginnen an der Porta Nigra, dem Schwarzen Tor. Treten Sie ein paar Schritte zurück und schauen Sie auf die Landseite, auf die vorgelagerten Halbsäulen. Sie sind roh belassen, unbearbeitet. Das ist kein Verfall, das ist der Bauzustand. Der Bau dieses Stadttores begann 170 nach Christus als nördlicher Zugang zur Stadt Augusta Treverorum, der Augustus-Stadt im Land der Treverer. Die Datierung war lange umstritten und reichte vom 2. bis zum 4. Jahrhundert. Erst im Januar 2018 ließ sich der Baubeginn festschreiben, durch eine Untersuchung der Jahresringe von Holzresten aus der Stadtmauer: Die Bäume waren 169 oder 170 gefällt worden. In die Steine sind an vielen Stellen Zeichen eingemeißelt, von denen etliche auf dem Kopf stehen. Es sind wohl Steinmetzzeichen. Die im Westturm enthalten Tagesangaben, aber keine Jahre. Rechnet man sie auf das ganze Bauwerk hoch und nimmt den Winter als Bauzeit heraus, war der Rohbau in zwei bis vier Jahren fertig. Fertig wurde das Tor trotzdem nie. Die Bohrungen für die Türangeln waren schon vorgefertigt, aber in die Drehachse der Tore ragen noch die unbearbeiteten Bossen der Quader. Ein bewegliches Tor hätte hier wohl niemals eingebaut werden können. Historiker nahmen früher an, das Tor sei zur Verteidigung gegen germanische Angriffe gebaut worden. Heute ist die Mehrheit der Forscher der Ansicht, es sei ein Bauwerk zur Darstellung von Macht gewesen, errichtet in Friedenszeiten, und aufgrund finanzieller Engpässe unvollendet geblieben. Dass es überhaupt noch steht, liegt an einem Mönch. Der aus Sizilien stammende byzantinische Simeon ließ sich nach 1028 hier als Einsiedler nieder, angeblich eingemauert. Nach seinem Tod 1035 wurde er im Erdgeschoss bestattet, und Erzbischof Poppo erwirkte noch im selben Jahr seine Heiligsprechung. Zu Ehren des Heiligen baute Poppo das Tor zur Doppelkirche um, mit zwei übereinander liegenden Kirchenräumen. Für die Kirche brauchte man nur einen Turm, also riss man den zweiten Turmaufbau ab. Das ist die einzige bis heute sichtbare gravierende Änderung an der Bausubstanz. Dem Umbau zur Kirche ist wohl die Erhaltung des Gebäudes zu verdanken, denn so wurde es nicht wie andere römische Bauten der Stadt als Steinbruch abgebrochen. Napoleon Bonaparte ließ Kirche und Stift 1802 aufheben und verfügte bei seinem Besuch 1804 den Rückbau. Von 1804 bis 1809 wurde das mittelalterliche Gebäude ausgekernt, die Preußen vollendeten 1816 und 1817 die Abbrucharbeiten. Nur den unteren Teil der mittelalterlichen Apsis ließ man aus denkmalpflegerischen Gründen stehen. Suchen Sie ihn an der Ostseite. Wikipedia nennt 170 als Baubeginn, Wikidata nennt 180. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt.
Sie stehen vor der Porta Nigra, dem Schwarzen Tor. Der Bau dieses römischen Stadttores begann 170 nach Christus. Es war der nördliche Zugang zur Stadt Augusta Treverorum. Seit 1986 gehört es zum Welterbe der Unesco und gilt als das besterhaltene römische Stadttor Deutschlands.
Du stehst vor einem römischen Stadttor, das über 1800 Jahre alt ist. Es heißt Porta Nigra, das bedeutet Schwarzes Tor. Schwarz ist der Stein geworden, weil Regen und Wind ihn dunkel gefärbt haben. Für den Bau wurden etwa 7.200 Steinblöcke gebraucht. Die größten wiegen sechs Tonnen, so viel wie ein Lastwagen. Und jetzt das Merkwürdige: Das Tor wurde nie fertig. Dem Geld war die Baustelle wohl zu teuer. Schau dir die halben Säulen unten an: Sie sind nicht fertig behauen. Würdest du merken, dass hier etwas fehlt?
Koordinaten: 49.759722222, 6.643888888 · auf der Karte