Stadtohr

Stadtrundgang Trier · Station 6 von 16

Rheinisches Landesmuseum Trier

1877 · museum, archaeologie, mosaik, muenzschatz

Ausführlich

Sie stehen vor dem Rheinischen Landesmuseum. Es ist eines der bedeutendsten und größten archäologischen Museen Deutschlands, und für diesen Rundgang ist es der Ort, an dem die Belege liegen. Gegründet wurde es 1877 als Provinzialmuseum der preußischen Rheinprovinz, nach dem Zweiten Weltkrieg ging es in die Trägerschaft des Landes Rheinland-Pfalz über. Das heutige Gebäude entstand von 1885 bis 1889, wurde im Krieg teilweise zerstört und in den 1950er Jahren verändert wieder aufgebaut. Archäologische Denkmalpflege ist seit der Gründung eine der Aufgaben des Hauses. Deshalb sind die meisten Ausstellungsstücke aus eigenen Grabungen hervorgegangen. Das Arbeitsgebiet umfasst mehr als 10.000 bekannte archäologische Fundstellen auf 5700 Quadratkilometern. Auf 4000 Quadratmetern Ausstellungsfläche führt der Rundgang von den ersten Menschen vor 200.000 Jahren über Steinwerkzeuge, Bronzezeit und keltische Adelsgräber bis in die römische Zeit und weiter. Das wichtigste Stück ist unscheinbar. Es ist ein Pfahl der ersten Römerbrücke. Seine Jahresringe datieren die Gründung Triers auf die Jahre 18 oder 17 vor Christus. Ein Stück Holz entscheidet also die Frage, wie alt diese Stadt ist. Dann die Mosaiken. Das Haus besitzt eine der größten und bedeutendsten Sammlungen römischer Mosaiken nördlich der Alpen. Dazu gehört das Polydus-Mosaik mit dem Rennfahrer Polydus auf seinem Wagen, gezogen von vier Pferden, der seine Siegestrophäen schwingt. Auch sein Leitpferd ist auf dem Mosaik namentlich verewigt, es hieß Compressore. Das Mosaik stammt aus dem 3. Jahrhundert und lag in einem Stadthaus, das im 4. Jahrhundert beim Bau der Kaiserthermen abgerissen wurde. Dorthin gehen wir später. Auf dem Grundstück des Museums selbst wurde 1884 bei Fundamentuntersuchungen das Monnus-Mosaik gefunden und später fast an derselben Stelle ausgestellt, nur im Obergeschoss. Benannt ist es nach seiner Inschrift, Monnus fecit, Monnus machte es. Dargestellt sind Musen und Künstler, darunter Vergil, umgeben von Jahreszeiten, Monaten und Tierkreisen. Erhebliche Teile sind zerstört, unter anderem durch einen starken Brand: Bei der Auffindung lagen noch verkohlte Dachbalken darauf, die Steinchen darunter waren völlig verbrannt. Die Ornamente hat man für die Ausstellung ergänzt, in den figürlichen Darstellungen aber nur Mörtel eingesetzt. Man sieht also, was fehlt. Und nun der Schatz. Die Münzsammlung ist eine der größten numismatischen Sammlungen Deutschlands und hat ein eigenes Münzkabinett. Ihr Höhepunkt wurde 1993 bei Ausschachtungsarbeiten für eine Tiefgarage nahe der Römerbrücke gefunden: 2558 römische Goldmünzen, der größte bisher gefundene römische Goldschatz. Ein Grabdenkmal ist bekannt geworden wie ein Wahrzeichen. Das Neumagener Weinschiff war der Aufsatz des Grabmals eines römischen Weinhändlers aus der Zeit um 220 nach Christus, 1878 in Neumagen gefunden. Es ist zum Symbol für den Weinhandel an der Mosel geworden. Wenn Sie wissen wollen, wie die Stadt aussah, durch die wir gehen: Im Museum steht ein Stadtmodell, das das römische Augusta Treverorum im 4. Jahrhundert zeigt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Rheinischen Landesmuseum, einem der größten archäologischen Museen Deutschlands. Gegründet wurde es 1877 als Provinzialmuseum der preußischen Rheinprovinz. Das heutige Gebäude entstand von 1885 bis 1889. Gezeigt werden vor allem Funde aus dem römischen Augusta Treverorum.

Für Kinder

In diesem Museum liegen die Dinge, die man in Trier aus der Erde gegraben hat. Das wichtigste Stück ist ein Stück Holz. Es ist ein Pfahl der ersten Römerbrücke, und an seinen Jahresringen kann man ablesen, wann der Baum gefällt wurde: 18 oder 17 Jahre vor Christus. So weiß man, wie alt die Stadt ist. Es gibt auch Fußböden aus winzigen bunten Steinen, Mosaike. Auf einem rast ein Rennfahrer mit vier Pferden, und sogar sein Lieblingspferd steht mit Namen dabei. 1993 fanden Bauarbeiter 2558 Goldmünzen aus der Römerzeit. Was würdest du vergraben, damit es jemand in 2000 Jahren findet?

Quellen

Koordinaten: 49.7518, 6.6445 · auf der Karte

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