Sie stehen auf dem Hauptmarkt, dem zentralen und einem der größten Plätze der Stadt. Hier treffen die wichtigsten städtischen Geschäftsstraßen zusammen, und hier war in der mittelalterlichen Stadt der Warenverkaufs- und Handelsplatz. Die Marktumbauung mit Häusern der Renaissance, des Barock, des Klassizismus und des Späthistorismus ist zu zwei Dritteln bewahrt. Um Sie herum stehen die Gebäude, die wir gerade besprochen haben: die Steipe, das Rote Haus, dahinter St. Gangolf. Jetzt in die Mitte. 958 stattete Erzbischof Heinrich I. den Hauptmarkt mit dem Marktkreuz aus, und das war kein Schmuck, sondern ein Hoheitszeichen. Über dem Blattkapitell trägt es in drei Metern Höhe die lateinische Inschrift: Der Trierer Erzbischof Heinrich hat mich errichtet. Auf der Vorderseite ist das Lamm Gottes mit Kreuzstab und Siegesbanner abgebildet, an den Seiten der heilige Petrus und eine Sonnenuhr. Auf der Rückseite steht eingemeißelt: Renovatum 1724. Das Kreuz ist historisch als religionspolitisches Hoheitszeichen und als Friedens- und Rechtsmal von großer Bedeutung, und es ist wahrscheinlich das älteste unter den mittelalterlichen Marktkreuzen Europas, die zum großen Teil in Belgien und Frankreich erhalten sind. Was Sie sehen, ist eine Kopie. Das Original wird seit 1964 im Städtischen Museum Simeonstift ausgestellt. Nun schauen Sie auf das, worauf das Kreuz steht. Es ist eine alte römische Säule. Diese Säule diente ab 1200 auch als Pranger, als Symbol für das Marktgericht. Noch heute sind vier eingeschlagene Löcher zu erkennen, an denen Ketten mit Halseisen, Fußfesseln und Schandstein befestigt waren. Berichte zeugen ab Mitte des 14. Jahrhunderts von angeblich zwei weiteren Prangern. Wie lange die Säule Pranger war, ist nicht erforscht. Ein Nachbau eines der mittelalterlichen Pranger steht hinter dem Chor von St. Gangolf, an der Gabelung der Grabenstraße. Hoheitszeichen, Gerichtsort und Strafort an einer Stelle, mitten im Handel. Gehen wir zum südlichen Bereich des Platzes, zum Petrusbrunnen. Der Bildhauer Hans Ruprecht Hoffmann schuf ihn 1594 und 1595. Oben steht der Stadtpatron Petrus, der dem Brunnen den Namen gab. Über dem sechseckigen Becken gruppieren sich die vier Kardinaltugenden: die Gerechtigkeit mit Schwert und Waage, die Stärke mit einer zerbrochenen Säule, die Mäßigung mit Wein und Wasser und die Weisheit mit Spiegel und Schlange. Dazwischen finden Sie Putten und Tiere, Gänse, Löwen, Delphine, Adler und Äffchen. Neben dem Schmuck hatte der Brunnen eine Aufgabe: Er diente der Wasserversorgung und wurde von der Leitung aus dem Herrenbrünnchen gespeist. Erst seit der Anlage einer zentralen Wasserversorgung ist er ein reiner Zierbrunnen. Im Zweiten Weltkrieg erlitt er keine großen Schäden, weil er rechtzeitig durch Mauerwerk vor Bomben- und Granatsplittern geschützt worden war. Eine Trierer Gewohnheit zum Schluss: Jedes Jahr zum Beginn des Altstadtfestes wird der Figur des heiligen Petrus ein Blumenstrauß angesteckt, um für schönes Wetter an den Feiertagen zu sorgen. Und noch ein Hinweis, wohin Sie gehen können: Vom Hauptmarkt führt die Judenpforte in die Judengasse und damit in das ehemalige jüdische Viertel der Stadt.
Sie stehen auf dem Hauptmarkt, dem zentralen Platz der Stadt. 958 stattete Erzbischof Heinrich I. ihn mit dem Marktkreuz als Hoheitssymbol aus. Im Mittelalter war der Platz Warenverkaufs- und Handelsplatz. Die Marktumbauung mit Häusern aus Renaissance, Barock, Klassizismus und Späthistorismus ist zu zwei Dritteln bewahrt.
Du stehst auf dem großen Marktplatz. Hier wurde seit dem Mittelalter gehandelt. In der Mitte steht ein Kreuz auf einer Säule. Das Kreuz ließ ein Erzbischof im Jahr 958 aufstellen, damit alle wussten: Dieser Markt gehört mir. Die Säule darunter ist noch älter, sie ist von den Römern. Und sie war später ein Pranger. Wer gestohlen hatte, wurde dort mit Ketten festgemacht, damit alle ihn sehen. Such mal vier Löcher im Stein, da waren die Ketten. Der Brunnen daneben ist von 1595. Oben steht Petrus, und einmal im Jahr bekommt er Blumen angesteckt.
Koordinaten: 49.7567, 6.64111 · auf der Karte