Stadtohr

Stadtrundgang Stuttgart · Station 4 von 14

Schillerplatz

1594 · platz, denkmal, schiller, stadtkern

Schillerplatz
Foto: Unknown authorUnknown author, Public domain · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen auf dem Schillerplatz, und Sie stehen im Kern der Stadt. Funde zeigen den Platz als historischen Kern der Stuttgarter Altstadt. Unter dem Alten Schloss fand man Siedlungsspuren aus dem 8. Jahrhundert, unter der Stiftskirche Bestattungen des 7. und 8. Jahrhunderts. Neben der Stiftskirche lag das Stuthaus, das erste feste Haus Stuttgarts. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass dieses Gelände um das Jahr 1000 zum Gestüt Stutengarten gehörte. Seit dem 12. Jahrhundert war es wahrscheinlich Siedlungsfläche, ab dem 13. Jahrhundert baute man Steinhäuser wie den Fruchtkasten. Die Spuren im Boden sind allerdings zum großen Teil verloren. Beim Bau der Tiefgarage 1972 und 1973 wurden sie größtenteils undokumentiert zerstört. Dann kam die Renaissance. 1594 beauftragte Herzog Friedrich I. den Baumeister Heinrich Schickhardt, hier einen repräsentativen Renaissanceplatz zu schaffen. Die bestehenden Häuser wurden aufgekauft und abgerissen, bis kurz vor 1600. Der Platz wurde gepflastert. Seit dieser Zeit hat er seine heutigen Abmessungen. Zwischen 1775 und 1777 wurde der Schlossgraben zugeschüttet, damit erhielt der Platz endgültig seine Form. Schauen Sie sich die Ränder an. Im Osten das Alte Schloss, im Süden Stiftskirche und Fruchtkasten. Im Westen steht der Prinzenbau, ursprünglich ein Gesandtenhaus. 1605 begannen die Arbeiten, 1677 war es fertig. 1715 wurde es bis zur Planie erweitert, dabei entstand der Kanzleibogen. Im Norden steht die Alte Kanzlei, 1542 fertiggestellt. An ihr ragt die Merkursäule auf, ein schlanker Turm von 1598, der früher ein Wasserturm war. Seit 1862 trägt er einen Jüngling aus Gold, nach einem Modell von Ludwig von Hofer, gegossen von Wilhelm Pelargus. Auf der Südseite eröffnete 1712 das erste Stuttgarter Kaffeehaus. Und in der Mitte das Denkmal. Der Däne Bertel Thorvaldsen schuf es, 1839 wurde es errichtet. Es war das erste Schillerdenkmal Deutschlands. Als Vorlage diente eine Zeichnung Schillers von Johann Christian Reinhart aus dem Jahr 1787. Sie ist heute verschollen. Thorvaldsens Landsmann Hans Christian Andersen schrieb über die Entstehung des Denkmals das Märchen Die alte Kirchenglocke. 1944 und 1945 brannten sämtliche Gebäude um den Platz ab. Man baute sie wieder auf und erhielt ihre äußere Form, mit einer Ausnahme: Der Gasthof König von England, 1798 aus dem Kaffeehaus hervorgegangen, wich einem Neubau mit nüchterner Fassade. Bis heute ist der Platz lebendig. Zweimal in der Woche ist Wochenmarkt, und Veranstaltungen vom Marktplatz wie der Weihnachtsmarkt oder das Weindorf reichen bis hierher.

Kurzfassung

Sie stehen auf dem Schillerplatz im Zentrum Stuttgarts, benannt nach dem Dichter Friedrich Schiller. In der Mitte steht seit 1839 ein Denkmal des Dänen Bertel Thorvaldsen, das erste Schillerdenkmal Deutschlands. Ringsum stehen das Alte Schloss, die Stiftskirche, der Fruchtkasten und der Prinzenbau.

Für Kinder

Auf diesem Platz steht ein Denkmal für den Dichter Friedrich Schiller. Es ist das erste Schillerdenkmal in ganz Deutschland, gemacht 1839 von einem Dänen, Bertel Thorvaldsen. Ein anderer Däne, Hans Christian Andersen, schrieb darüber sogar ein Märchen. Es heißt Die alte Kirchenglocke. Früher lief um das Alte Schloss ein Graben. Der wurde zugeschüttet, und so bekam der Platz seine Form. Schau nach oben: Siehst du den goldenen Jüngling auf dem schlanken Turm?

Quellen

Koordinaten: 48.7772, 9.17847 · auf der Karte

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