Sie stehen vor der Hauptorgel der St.-Marien-Kirche. Ihre Geschichte beginnt mit einem Brand. Am 10. August 1647 brannte die Spitze des Kirchturms nach einem Blitzschlag ab. Die Trümmer durchschlugen die Gewölbe über der Orgel und vernichteten sie. Zwei Jahre später war das Dach repariert, nach zwei weiteren Jahren waren die Gewölbe geschlossen. Nun konnte man an einen repräsentativen Neubau gehen. Am 27. Juni 1653 genehmigte der Rat den Bau, am 1. August bestätigte er die Genehmigung. Bezahlen musste die Mariengemeinde. Sie hatte damals reichlich Mittel und konnte praktisch ohne Einschränkungen planen. Die Wahl fiel auf Friedrich Stellwagen, wegen der Qualität seiner kleinen Orgel in der Johanniskirche. Er war allerdings für zwei Jahre mit Aufträgen eingedeckt und arbeitete sie zunächst in seiner Lübecker Werkstatt ab, nachdem er eine Anzahlung erhalten hatte. Währenddessen baute ein Stralsunder Zimmermeister mit seinen Gehilfen das Gehäuse nach Stellwagens Angaben. 1655 traf Stellwagen mit Hausstand, Mitarbeitern und zwölf Blasebälgen per Schiff in Stralsund ein. Er mietete ein Haus in der Tribseer Straße und richtete in den Turmhallen der Marienkirche seine Werkstatt ein. Über den Bauverlauf ist wenig bekannt. Fertig wurde das Werk zu Ostern oder Pfingsten 1659, abgenommen im Oktober. Stellwagen starb kurz darauf. Schauen Sie nun die Fassade hinauf. Sie ist 20 Meter hoch und im niederländischen Knorpelstil verziert. Im Mittelpunkt steht König David, der Stammvater geistlicher Musik. Um ihn herum finden Sie musizierende Engel, Sonne, Mond und Sterne, und als Krönung eine geflügelte Weltkugel. Unter dem Rückpositiv halten zwei Engel das Familienwappen Stellwagens, ein Wagengestell, und die Inschrift: M. Friederich Stellwagen hat dieses Werck verrichtet. Anno 1659. Der Klang ist durch enge Mensuren geprägt, obertonreich und klar, mit zwölf Zungenstimmen. Unter den Registerzügen finden sich Namen wie Zimbelstern und Vogelgeschrei. Leicht hatte es die Orgel nicht. 1770 beschädigte eine Explosion im Pulverturm am Tribseer Tor sie stark. Von 1775 bis 1778 reparierte sie Ernst Julius Marx. Über seine Wahl gab es Streit, denn der Rat bevorzugte einen anderen Orgelbauer. In den Jahren nach 2000 wurde die Stellwagen-Orgel restauriert.
Sie stehen vor der Hauptorgel der St.-Marien-Kirche. Friedrich Stellwagen baute sie von 1653 bis 1659, nachdem 1647 ein Blitzschlag die alte Orgel vernichtet hatte. Sie gehört zu Norddeutschlands bedeutendsten Barockorgeln. Ihre Fassade ist 20 Meter hoch.
Vor dir steht eine riesige Orgel. Sie ist 20 Meter hoch, und überall sitzen Figuren: Engel mit Instrumenten, Sonne, Mond und Sterne. Ganz oben steht ein Engel auf einer Weltkugel mit Flügeln. Gebaut hat sie Friedrich Stellwagen, 1659 wurde sie fertig. Unter der Orgel halten zwei Engel sein Wappen, ein Wagengestell. Kannst du es finden? Und manche Registerzüge haben seltsame Namen, zum Beispiel Vogelgeschrei. Wie, glaubst du, klingt das?
Koordinaten: 54.30987222, 13.08766111 · auf der Karte