Willkommen in Stralsund. Wir beginnen am Neuen Markt, vor der St.-Marien-Kirche, und zuerst mit dem Namen der Stadt. Die Siedlung hieß Strale, das ist slawisch und bedeutet Pfeil- oder Speerspitze. Sund steht für eine trennende Enge, hier den Strelasund zwischen Festland und Rügen. Am 31. Oktober 1234 verlieh der rügensche Fürst Wizlaw I. der Stadt das Stadtrecht nach Lübecker Vorbild. Damit ist Stralsund die älteste Stadt Pommerns. Siedler vor allem aus Westfalen machten sie schnell zu einer bedeutenden Handelsstadt. Im 14. Jahrhundert war sie nach Lübeck die bedeutendste Hansestadt im südlichen Ostseeraum. Seit 2002 gehört die Altstadt gemeinsam mit der von Wismar zum UNESCO-Welterbe. Nun zur Kirche. Sie wurde 1298 erstmals erwähnt. Gebaut ist sie nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche, aber mit eigenem Gesicht. Schauen Sie an den Mauern entlang: Die Strebebögen liegen unter den Dächern der Seitenschiffe verborgen, und Strebepfeiler, wie man sie von gotischen Kirchen kennt, gibt es bis auf wenige Ausnahmen nicht. Deshalb wirkt der Bau so klar und geschlossen. Dann der Turm. 1382 stürzte er ein, weil der Untergrund nicht ausreichend befestigt war. Chor und Teile des Langhauses wurden zerstört. Der Neubau begann umgehend. 1416 wurde der Grundstein für den Westbau gelegt, einen Mittelturm mit vier kleineren Treppentürmen, auf 14 Meter hohen Pfeilern. Für diese Konstruktion gibt es in der damaligen Baukunst keine Parallelen. Von 1475 bis 1478 wurde am Turm gebaut. 1495 stürzte die sehr hohe gotische Spitze in einem Sturm herab, wurde aber wieder aufgesetzt. Sie soll der Kirche angeblich 151 Meter Höhe gegeben haben. Die Überlieferung ist ungesichert, und es gibt zwei Angaben, ab wann die Kirche das höchste Bauwerk der Welt war. Eine Quelle zur Marienkirche nennt 1549, eine Quelle zu ihrer Orgel 1625. Das Ende ist in beiden gleich: 1647. Ein Blitz setzte die Spitze in Brand. Die Trümmer stürzten auf das Kirchenschiff, durchschlugen die Gewölbe, vernichteten die Orgel, und der Dachstuhl brannte ab. Zwei Jahre später stand ein neues Dach, vier Jahre nach dem Brand waren die Gewölbe wieder hergestellt. Die barocke Haube wurde 1708 fertig. Heute ist der Turm 104 Meter hoch, und wer ihn besteigt, sieht bis nach Rügen. Von dieser Kirche gingen auch die großen Demonstrationen der Friedlichen Revolution 1989/90 in Stralsund aus. Drinnen steht eine Orgel, die nach dem Brand von 1647 neu gebaut wurde. Zu ihr kommen wir als Nächstes.
Sie stehen vor der St.-Marien-Kirche am Neuen Markt. Die Basilika wurde 1298 erstmals erwähnt und ist die größte Pfarrkirche der Hansestadt. Nach ungesicherter Überlieferung war ihr Turm einst 151 Meter hoch, bis 1647 ein Blitz die Spitze zerstörte. Heute misst er 104 Meter.
Du stehst vor der größten Kirche der Stadt. Sie ist überwiegend aus rotem Backstein gebaut. Ihr Turm ist heute 104 Meter hoch. Früher soll er sogar 151 Meter hoch gewesen sein, höher als jedes andere Bauwerk auf der Welt. Dann schlug 1647 ein Blitz ein, und die Turmspitze brannte. Schau mal nach oben: Kannst du bis zur Spitze sehen? Vom Turm aus kann man bis zur Insel Rügen blicken.
Koordinaten: 54.310169444, 13.087847222 · auf der Karte