Stadtohr

Stadtrundgang Stralsund · Station 6 von 16

Dominikanerkloster Stralsund

1251 · kloster, dominikaner, backsteingotik, reformation

Ausführlich

Sie stehen vor dem Katharinenkloster, Mönchstraße 25 bis 27. Es ist ein ehemaliges Kloster der Dominikaner, ein Bau der norddeutschen Backsteingotik und eines der ältesten Klöster im Ostseeraum. Außerdem ist es eines der wenigen im norddeutschen Raum, deren gotische Bausubstanz fast vollständig erhalten blieb. Gegründet wurde es im 13. Jahrhundert auf Veranlassung des Fürsten Jaromar II. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1251. Einer Urkunde vom 31. Oktober 1261 zufolge hatte Fürst Witzlaw II. den Platz geschenkt. Dokumentiert ist die Fertigstellung im Jahr 1317. Damals bestand das Kloster aus der Katharinenkirche, einer etwa 70 Meter langen dreischiffigen Hallenkirche. Es muss eine gewisse Größe gehabt haben, denn vom 14. bis Anfang des 16. Jahrhunderts fanden hier mehrere Ordenskapitel der Dominikaner statt. Hervorzuheben ist der Kapitelsaal mit Gewölbemalereien des 15. Jahrhunderts. Dann kam die Reformation. 1525 wurde die Stadt Besitzer des Klosters, und damit hörte das Kloster als solches auf zu existieren. Die Gebäude dienten seither profanen Nutzungen. Eine kleine Geschichte aus diesem Jahr 1525 steht in einer Quelle über die Nikolaikirche: Güter, die beim Stralsunder Kirchenbrechen von Plünderern weggebracht und wiederbeschafft worden waren, wurden auf Hinwirken des Rates im Hof des Katharinenklosters vergraben, damit nicht mehr Abgötterei und Missbrauch damit getrieben werde. So drückte es der Bürgermeister Franz Wessel aus. 1560 zogen Schüler und Lehrer des neu gegründeten Gymnasiums in den westlichen Teil, im östlichen Teil wurde ein Waisenhaus eingerichtet. Ab 1678 nutzten die Schweden die Klosterkirche als Arsenal, später auch die Preußen. 1902 wurde sie an die Stadt verkauft. Nach dem Auszug des Waisenhauses 1919 wurde das ganze Gebäude von 1919 bis 1924 umfassend restauriert. Danach zog das Neuvorpommersche Museum einheimischer Altertümer und Kunstgegenstände ein, der Vorgänger des heutigen Museums. Anfang der 1950er Jahre kam das Natur-Museum dazu, aus dem das Meeresmuseum wurde. Heute sitzen hier die beiden bedeutendsten Museen der Stadt: in den ehemaligen Klausurgebäuden das Stralsund Museum, in der Hallenkirche das Meeresmuseum. Der Komplex steht in der Liste der Baudenkmale mit der Nummer 394.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Katharinenkloster, Mönchstraße 25 bis 27. Das Kloster der Dominikaner wurde 1251 erstmals erwähnt. Seine gotische Bausubstanz blieb fast vollständig erhalten. Heute beherbergt es die beiden bedeutendsten Museen der Stadt.

Für Kinder

Du stehst vor einem Kloster. Hier lebten Mönche vom Orden der Dominikaner, vor mehr als 700 Jahren. 1251 wird das Kloster zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Das Besondere: Die gotischen Mauern sind fast vollständig erhalten. Später wurde aus dem Kloster erst eine Schule, dann ein Museum. Heute sind es sogar zwei Museen. Welches Gebäude in deiner Stadt hat schon mehrere Leben gehabt?

Quellen

Koordinaten: 54.3126, 13.0876 · auf der Karte

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