Sie stehen vor dem Stralsunder Rathaus am Alten Markt. Es gilt als einer der bedeutendsten Profanbauten des Ostseeraums und ist ein Wahrzeichen der Stadt. Eine Quelle nennt zwei Zeitpunkte für den Beginn. Der erste Absatz spricht vom Baubeginn 1300 bis 1310, der Abschnitt Geschichte davon, dass um 1230 mit einem Urbau begonnen wurde. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt. Der Anfang liegt im Keller. Der Ratskeller entstand als einheitlicher Lagerraum mit 1400 Quadratmetern und ist der größte zusammenhängende Keller Nordeuropas. Kaufleute und Ratsherren brachten die Waren über Rutschen vom Alten Markt hinunter. Später lagerten Händler hier Tuche und Wein, sogar aus Mâcon in Frankreich. Die ersten Einträge im Stadtbuch zwischen 1271 und 1278 betreffen teilweise die Vermietung des Rathauskellers. Oben war das Gebäude zunächst Tuchhaus für teure Tuche aus Belgien und Kaufhaus, mit 40 Ladengeschäften im Erdgeschoss. Im 14. Jahrhundert kamen Sitzungsräume für den Rat und ein großer Saal hinzu. Die Schaufassade zum Alten Markt war reich geschmückt, mit Figuren und mit den Wappen der 1316 besiegten Fürsten, darunter Erich von Lüneburg. Was Sie heute sehen, ist ein Stilmix, denn bis ins 19. Jahrhundert wurde erweitert und umgebaut. 1579 ließen die Ratsherren eine steinerne Treppe im Stil der Renaissance einbauen. Am 12. Juni 1680 zerstörte ein Stadtbrand große Teile des Hauses, das Dach stürzte komplett ein. Ab 1881 entfernte Ernst von Haselberg im Auftrag des Rates den Putz von der Schaufassade und verblendete sie im Stil der Neugotik. Über den Fenstern des Löwenschen Saals brachte man die Wappen der Hansestädte Bremen, Lüneburg, Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald an. Der Saal heißt nach dem schwedischen Generalgouverneur Axel von Löwen. Er stellte seine Sammlung von Büchern und Kunstgegenständen hier unter und vermachte sie 1761 der Stadt, zugänglich für jedermann. Aus den Sammlungsobjekten wurde 1859 der Grundstock des Provinzialmuseums. Mitten durchs Haus führt der Buttergang, in dem Butter feilgeboten wurde. Er endet am Westportal der St.-Nikolai-Kirche. Dorthin gehen wir später. Eine letzte Pflicht noch: Der Pächter des Ratskellers musste ab 1757 am Tag der Heiligen Drei Könige den Luthertrank liefern, aus Rheinwein, Zucker und Gewürzen.
Sie stehen vor dem Stralsunder Rathaus am Alten Markt, einem Wahrzeichen der Stadt. Es ist ein Bau der norddeutschen Backsteingotik, dessen Anfänge ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Unter ihm liegt der Ratskeller, mit 1400 Quadratmetern der größte zusammenhängende Keller Nordeuropas.
Vor dir steht das Rathaus, ein Wahrzeichen der Stadt. Unter ihm liegt ein riesiger Keller, 1400 Quadratmeter groß, der größte zusammenhängende Keller in ganz Nordeuropa. Früher lagerten dort Tuche und Wein. Die Kaufleute ließen die Waren über Rutschen vom Markt hinunter in den Keller gleiten. Mitten durch das Haus geht der Buttergang. Wofür, glaubst du, hat er seinen Namen? Dort wurde Butter verkauft.
Koordinaten: 54.315586111, 13.090163888 · auf der Karte