Sie stehen auf dem Entenpfuhl, dem südlichen Eingang in die Fußgängerzone der Solinger Innenstadt. Der Name ist ein Bild aus der Zeit vor der Stadt, wie wir sie kennen. Um 1800 lagen hier zwei Brandteiche, Pfühle, und der Volksmund nannte sie Entenpfuhl, also Ententeich. Noch bevor es in Solingen ein Feuerlöschwesen gab, dienten sie als Wasserreservoir für Brände in der Altstadt. Die war durch ihre dichte Bebauung mit Fachwerkhäusern stark feuergefährdet. Da die Teiche bei Starkregen über die Ufer traten und die Gassen überspülten, schüttete man sie um 1800 zu. Bis in die Gründerzeit war der Entenpfuhl kein Platz, sondern ein Kreuzungspunkt, an dem sechs Straßen und Gassen zusammentrafen, bebaut mit Schieferhäusern im Bergischen Stil. Seit den 1880er Jahren wurden viele davon abgerissen, für breitere Straßen und für Häuser im Stil des Historismus. 1900 entstand das fünfgeschossige Bekleidungshaus Oppenheimer. Das Geschäft führte Max Heimann, er war Jude. Angesichts der Boykottaufrufe der Nationalsozialisten gegen jüdische Geschäfte sah er sich 1934 gezwungen, es aufzugeben und in die USA zu emigrieren. An seinem Haus Werwolf 3 am Entenpfuhl wurde 2005 ein Stolperstein für den Solinger Unternehmer Alexander Coppel verlegt, den die Nazis 1942 ermordeten. Am 4. und 5. November 1944 wurde die Altstadt mit dem Entenpfuhl völlig zerstört. Erhalten blieb die Ruine des Hauses Oppenheimer, sie prägte das Bild bis zum Abriss 1952. Beim Wiederaufbau griff man Pläne aus den 1930er Jahren auf, die die Nationalsozialisten damals unter dem Namen Entenpfuhl-Projekt entworfen hatten. Der Platz bekam Blockrandbebauung im nüchternen Wiederaufbaustil. Wo das Haus Oppenheimer stand, wurde 1959 das siebengeschossige Nicolin-Haus errichtet, ein verglaster Skelettbau, der auf Leichtigkeit und Transparenz ausgerichtet ist. Schauen Sie es sich an: Es gilt als eines der markantesten Bauwerke der 1950er Jahre in Solingen. 1966 sperrte man die Hauptstraße für den Autoverkehr, 1969 wurde sie Fußgängerzone. In der Platzmitte steht das Denkmal Unteilbares Deutschland von 1964. Es stammt vom Bildhauer Henryk Dywan, dem Sie schon an der Clemenssäule begegnet sind. 2014 starteten die Bauarbeiten für die neue Gestaltung, im Mai 2015 war der Platz fertig. Der Boden hat kleine Hügel, die das Skaten ermöglichen sollen.
Sie stehen auf dem Entenpfuhl, dem südlichen Eingang zur Fußgängerzone der Solinger Innenstadt. Seinen Namen verdankt er zwei Brandteichen, die um 1800 zugeschüttet wurden. Seine heutige Gestalt erhielt der Platz beim Umbau 2014/2015.
Der Name dieses Platzes klingt lustig: Entenpfuhl. Früher gab es hier zwei Teiche, die die Leute Ententeich nannten. Das Wasser war für den Notfall da: Wenn es in der Stadt brannte, holte man es hier. Die Häuser waren aus Fachwerk, und die brannten leicht. Um 1800 schüttete man die Teiche zu, weil sie bei Starkregen überliefen. Heute kann man auf dem Platz sogar skaten, denn der Boden hat kleine Hügel. Kannst du sie finden?
Koordinaten: 51.16869, 7.08578 · auf der Karte