Sie stehen vor dem Weinhaus Uhle in der Schusterstraße 13 und 15, an der Ecke zur 1. Engen Straße. Die drei- und viergeschossigen neoklassizistischen Gebäude entstanden 1905 nach Plänen des Berliner Architekten Georg Roensch, und 1906 eröffnete darin das Weinrestaurant Uhle. Wenn Sie hineingehen, schauen Sie nach oben: Das Tonnengewölbe im Restaurant ist reich verziert. Und schauen Sie nach unten. In die Teppiche ist das Logo des Hauses eingewebt, eine Uhle, was auf Hochdeutsch Eule heißt. Das Haus ist jung, der Handel ist alt. Johann Georg Uhl stammte aus Württemberg und betrieb in Schwerin einen Weinhandel. 1751 verlieh ihm Herzog Christian Ludwig II. das Privileg eines Frey-Wein-Schenkers. Das ist derselbe Herzog, der die Kunstsammlung begründete, von der ich Ihnen am Museum erzählt habe. 1763 kaufte die Familie das Grundstück in der Schusterstraße, auf dem Sie stehen. Ab 1860 wurde daraus die Weingroßhandlung mit dem Namen Uhle, und nach dem Beitritt Mecklenburgs zum Deutschen Zollverein wuchs das Geschäft 1868 weiter. 1896 verlieh Großherzog Friedrich Franz III. dem kinderlosen Johann Heinrich Gottlieb Uhle, dem vierten der Generationenfolge, den Titel Kommerzienrat. Um 1904 baute dieser die Uhle'sche Villa am Jägerweg. Weil er keine Kinder hatte, trat sein Neffe Carl Bühring ein, der sich später Bühring-Uhle nannte, und übernahm das Unternehmen 1891. Jetzt kommen die Zahlen, die zeigen, wie groß das war. An verschiedenen Standorten in Schwerin wurden Lagerflächen angemietet, für bis zu 900.000 Liter Wein in Fässern und eine Million Flaschen. Allein 1800 Quadratmeter Lagerräume lagen in zwei Kellergeschossen im Bankgebäude an der Wismarschen Straße. Stellen Sie sich diese Keller einmal unter der Stadt vor, in der Sie stehen. In den 1920er Jahren eröffneten die Söhne von Carl Bühring Filialen in Hamburg, Berlin und Wismar und Niederlassungen in zweiunddreißig mecklenburgischen Städten. Dann brach es ab. Georg Bühring-Uhle musste 1952 aus der DDR fliehen, die Firma wurde enteignet und als Volkseigener Betrieb weitergeführt. 1990 wurde das Unternehmen an die Familie Bühring-Uhle rückübertragen. 2016 wurde das gesamte Weinhaus saniert. Dazu gehören heute eine Weinhandlung mit Bistro, das Restaurant, ein Rittersaal, das Bacchus-Zimmer und ein Hotel mit sechzehn Zimmern und zwei Suiten. Seit 2024 ist das Bauwerk Teil des Residenzensembles Schwerin und damit Welterbe. Ein Hinweis noch für den Weg: Der Architekt Georg Roensch hat auch das Haus gebaut, an dem wir später vorbeikommen, Schloßstraße 9 und 11, heute das Finanzministerium.
Sie stehen vor dem Weinhaus Uhle in der Schusterstraße 13 und 15. Die neoklassizistischen Gebäude entstanden 1905 nach Plänen des Berliner Architekten Georg Roensch. 1906 eröffnete darin das Weinrestaurant Uhle. Der Weinhandel der Familie ist viel älter: 1763 kaufte sie das Grundstück.
Hier ist ein Weinhaus mit einem Restaurant und einem Hotel. Das Haus wurde im Jahr 1905 gebaut. Es gehört einer Familie, die schon viel länger Wein verkauft. Das fing vor über zweihundertfünfzig Jahren an. Damals bekam ein Mann aus Württemberg vom Herzog die Erlaubnis, in Schwerin Wein zu verkaufen. Später wurde das Geschäft sehr groß. Die Familie hatte Keller voller Fässer, zusammen fast eine Million Liter Wein. Dazu noch eine Million Flaschen. Im Restaurant sind Teppiche ausgelegt, und darin ist eine Eule eingewebt. Eine Eule heißt auf Plattdeutsch Uhle, und so heißt auch die Familie. Findest du die Eule?
Koordinaten: 53.62815, 11.4139 · auf der Karte