Sie stehen vor dem Kaufhaus Kressmann in der Mecklenburgstraße 19, 21 und 23, einem Baudenkmal. Eine Quelle zu diesem Haus ist kurz, deshalb halte ich mich hier kürzer als sonst, aber die Geschichte lohnt sich, weil an diesem einen Gebäude das ganze 20. Jahrhundert hängt. Fangen wir mit der Adresse an. Die Straße hieß zur Bauzeit Kaiser-Wilhelm-Straße. Heute heißt sie Mecklenburgstraße. Der Name wechselte, das Geschäft blieb. Der Kaufmann Konrad Kreßmann kam aus Gützkow und übernahm 1910 die Schweriner Textilfirma Rudolf Honig. Sechzehn Jahre später ließ er bauen, gemeinsam mit seinem Enkel Carl Kreßmann. Das Haus entstand 1926 nach Plänen von Hans Stoffers: vier Geschosse, und seitlich ein Turmteil mit sechs Geschossen. Schauen Sie sich diesen Versatz an. Er macht aus einem Geschäftshaus eine Ecke, die man von weitem erkennt. Stoffers hat in Schwerin mehr gebaut, als man an einem Haus sieht. Von ihm sind der Umbau des Hotels Niederländischer Hof von 1921, das Stadtbad Schwerin von 1926 und das Geschäftshaus an der Ecke Mecklenburgstraße und Geschwister-Scholl-Straße von 1929. Dann der Bruch. Nach 1945 floh die Familie aus der Sowjetischen Besatzungszone. 1951 wurde das Kaufhaus enteignet und von der Handelsorganisation, kurz HO, als Kaufhaus Magnet betrieben. Vierzig Jahre lang war in diesem Haus ein staatliches Geschäft mit einem anderen Namen. Nach der Wende, 1991, erhielt die Familie die Liegenschaft zurück und sanierte das Haus. Das Café Honig im Gebäude erinnert an den früheren Eigentümer Rudolf Honig, mit dem 1910 alles anfing. 2011 entstand mit dem Bau des Einkaufszentrums Marienplatz-Galerie im Innern eine Verbindung zum Modehaus. Heute führen Familienangehörige das Textilhaus in der fünften Generation. Rechnen Sie einmal nach: ein Familienname über mehr als hundert Jahre, zwei deutsche Staaten, eine Flucht, eine Enteignung, eine Rückübertragung, und ein Café, das nach dem Vorbesitzer heißt.
Sie stehen vor dem Kaufhaus Kressmann in der Mecklenburgstraße 19 bis 23. Das viergeschossige Haus mit dem sechsgeschossigen Turmteil an der Seite wurde 1926 nach Plänen von Hans Stoffers gebaut. Es ist ein Baudenkmal. Heute ist hier das Modehaus Kressmann.
Das hier ist ein Kaufhaus. Es wurde im Jahr 1926 gebaut. Schau es dir an: Es hat vier Stockwerke, und an der Seite steht ein Turm mit sechs Stockwerken. Die Straße hieß damals noch anders. Das Kaufhaus gehörte einer Familie. Nach dem Krieg musste die Familie weglaufen, weil der Staat ihr Geschäft haben wollte. Im Jahr 1951 nahm der Staat ihnen das Haus weg. Vierzig Jahre lang hieß das Kaufhaus dann anders. Im Jahr 1991 bekam die Familie ihr Haus zurück. Heute arbeitet die fünfte Generation der Familie hier. Das heißt: Die Ur-Ur-Enkel führen das Geschäft weiter. Kennst du einen Laden, der schon deinen Großeltern gehört hat?
Koordinaten: 53.62922, 11.4123 · auf der Karte