Sie stehen am Alten Garten vor dem Staatlichen Museum Schwerin. Der Platz um Sie herum ist selten: Mit Schloss, Staatstheater, Staatskanzlei und Altem Palais bildet er einen der wenigen komplett erhaltenen historistischen Plätze in Deutschland. Fangen wir mit der Sammlung an, denn sie ist über hundert Jahre älter als das Gebäude. Den ersten Schritt tat Herzog Christian Ludwig II., der von 1683 bis 1756 lebte. Er kaufte auf seinen Reisen Kunst, und er kaufte anders als die meisten Fürsten seiner Zeit. Üblich war das summarische Ansammeln. Ihn interessierte Qualität. 1725 besaß er etwa hundertzwanzig Gemälde und Grafiken holländischer Meister des 17. Jahrhunderts. Im selben Jahr verbrannte ein großer Teil davon beim Brand auf Schloss Grabow. Er fing wieder an. 1736 ließ er eine erste Galerie errichten, einen zweigeschossigen Fachwerkbau, und dieses Jahr gilt heute als Gründungsjahr der Schweriner Kunstsammlungen. Er kaufte auch direkt in den Ateliers, etwa bei Jan van Huysum. Sein Sohn Friedrich erwarb um 1750 rund sechsundfünfzig farbige Zeichnungen und dreiundvierzig Gemälde des französischen Tiermalers Jean Baptiste Oudry. Vierunddreißig der Gemälde sind erhalten, und diese Gruppe ist die weltweit größte Sammlung von Werken dieses Malers. 1792 waren 695 Gemälde im Bestand, verteilt auf einundzwanzig Zimmer und Kabinette. Nun zum Haus. Erste Pläne stammten von Georg Adolph Demmler, doch Großherzog Paul Friedrich starb 1842, und die Pläne ruhten vierzig Jahre. Dann stiftete Großherzogin Alexandrine Gelder aus den Reparationszahlungen des gewonnenen Krieges von 1870 und 1871 gegen Frankreich für den Bau. Gebaut wurde nach Plänen von Hermann Willebrand, einem langjährigen Assistenten Demmlers. Willebrand dachte vom Zweck aus: Brandschutz, Einbruchssicherheit, Heizung, Lüftung und vor allem eine Lichtführung, die zur Situation und zum Ausstellungsstück passt. Damit setzte er den Beginn einer Ära, die die Form der Funktion unterordnete. Die Übergabe erfolgte am 26. Mai 1882, die Eröffnung am 22. Oktober 1882. Erster Direktor war Friedrich Schlie. Zunächst sollte das Haus eher ein Privatmuseum sein, das wissenschaftlichen Zwecken diente, nicht dem Publikum. Das änderte sich 1918. Großherzog Friedrich Franz IV. musste am 14. November abdanken, die Sammlung ging an den Staat, aus dem Großherzoglichen Museum wurde ein Landesmuseum. Walter Josephi, seit 1911 Direktor, kaufte 1926 Werke von Franz von Stuck, Max Liebermann, Lovis Corinth und anderen. Elf Jahre später kam der Bruch. 1937 wurden in der Aktion Entartete Kunst nachweislich Werke von Ernst Barlach, Lovis Corinth, Ewald Dülberg und Hans Emil Oberländer aus diesem Museum beschlagnahmt. Ein Teil wurde vernichtet. Heute umfassen die Sammlungen mehr als 100.000 Kunstwerke, von Gemälden und Arbeiten auf Papier über Münzen, Waffen und Möbel bis zu modernen Installationen. Seit 2024 ist das Gebäude Teil des Welterbes.
Sie stehen am Alten Garten vor dem Staatlichen Museum Schwerin. Großherzog Friedrich Franz II. gab den Bau in Auftrag, der Architekt Hermann Willebrand entwarf ihn. Eröffnet wurde das Haus 1882. Die Sammlungen umfassen heute mehr als 100.000 Kunstwerke. Seit 2024 ist der Bau Welterbe.
Das ist ein Kunstmuseum. Darin hängen über hunderttausend Kunstwerke. Die Sammlung ist viel älter als das Haus. Ein Herzog fing vor fast dreihundert Jahren an, Bilder zu kaufen. Dann gab es ein Unglück: Bei einem Brand verbrannten viele seiner Bilder. Er fing einfach noch einmal von vorne an. Besonders viele Bilder sind von einem Maler, der Tiere gemalt hat. Nirgends auf der Welt gibt es mehr Bilder von ihm als hier. Der Baumeister dieses Hauses hat zuerst überlegt, was ein Museum braucht: gutes Licht, Schutz vor Feuer und Schutz vor Dieben. Erst danach überlegte er, wie es aussehen soll. Was würdest du in einem Museum sammeln?
Koordinaten: 53.6264, 11.4183 · auf der Karte