Stadtohr

Stadtrundgang Schwerin · Station 10 von 16

Schloßstraße 10

· rokoko, fachwerk, rekonstruktion, ludwigslust

Ausführlich

Sie stehen vor dem Rokokohaus Schloßstraße 10. Eine Quelle zu diesem Haus ist kurz, deshalb wird dieser Text kürzer als die anderen. Aber eine Sache daran sollten Sie wissen, weil sie zeigt, was ein Denkmal eigentlich ist. Geschützt ist dieses Haus als Fassade. Nicht als Haus. Der Grund steht in zwei Sätzen des Quelle: 1975 bis 1977 musste das Gebäude komplett abgetragen werden. Es erfolgte als Rekonstruktion der Neubau des Bauwerks, und dabei wurde die reich verzierte barockisierende Giebelfassade mit ihrer mehrfarbigen Ornamentik erhalten. Was Sie also ansehen, ist eine echte alte Fassade vor einem Haus, das jünger ist als die meisten Menschen, die daran vorbeigehen. Schauen Sie den Giebel an. Er hat eingeschwungene Seiten, man nennt diese Form Volutengiebel, und darauf sitzt eine mehrfarbige Ornamentik. Gebaut wurde das dreigeschossige Fachwerkhaus 1765, vermutlich nach Plänen des Hofbaumeisters Johann Joachim Busch. Dieser Name verbindet das Haus mit einer Entscheidung, die Schwerin für siebzig Jahre an den Rand gestellt hat. Von Busch stammen die Stadtkirche Ludwigslust von 1770 und Schloss Ludwigslust von 1776. Ludwigslust war die neue Residenz, in die der Hof 1764 aus Schwerin umzog. Dieses Haus entstand also ein Jahr nach dem Wegzug des Hofes, von dem Baumeister, der dann die neue Residenz baute. Wer in jenen Jahren in Schwerin noch repräsentativ bauen ließ, baute in einer Stadt, aus der die Macht gerade abgereist war. Heute sitzt im Erdgeschoss die Polizeistation Mitte, die zentrale Innenstadtwache der Polizeiinspektion Schwerin. Sie war hier von 1979 bis 2002 und ist seit 2014 wieder hier. Daneben gibt es in dem Haus Wohnungen, eine Pension und Büros. Saniert wurde zuletzt um 2006 bis 2013.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Rokokohaus Schloßstraße 10. Das dreigeschossige Fachwerkhaus mit Volutengiebel entstand 1765, vermutlich nach Plänen des Hofbaumeisters Johann Joachim Busch. Denkmalgeschützt ist die Fassade. Das Haus dahinter wurde 1975 bis 1977 abgetragen und neu gebaut.

Für Kinder

Dieses Haus sieht alt aus, und die Vorderseite ist auch wirklich alt. Sie ist von 1765. Der obere Teil, der Giebel, hat geschwungene Seiten und bunte Muster darauf. Aber das Haus hinter der Vorderseite ist neu. Vor etwa fünfzig Jahren war das alte Haus so kaputt, dass man es abreißen musste. Nur die schöne Vorderseite blieb stehen. Dahinter baute man ein neues Haus. Deshalb steht in den Listen: Geschützt ist die Fassade, nicht das Haus. Heute ist unten eine Polizeiwache darin. Ist das Haus jetzt alt oder neu? Was meinst du?

Quellen

Koordinaten: 53.62719, 11.41445 · auf der Karte

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