Sie stehen vor dem Rathaus von Schwäbisch Gmünd, am Marktplatz. Es ist ein barockes Bauwerk, und es dient bis heute der Stadtverwaltung. Dabei war es gar nicht als Rathaus gedacht. Es entstand aus einem Stadtpalais der Patrizierfamilie Debler. 1760 ließ Franz Melchior Debler die Jehlische Apotheke abbrechen und von Stadtbaumeister Johann Michael Keller ein repräsentatives Wohnhaus errichten. Der Chronist Dominikus Debler verbrachte dort seine Kindheit und hielt die Aufteilung des Hauses fest. 1783 erwarb die Stadtverwaltung das Haus, um daraus ein neues Rathaus zu machen. Bis 1785 baute es wieder Keller um. Dachreiter und drei Glocken übernahm man vom alten Rathaus. Das alte Rathaus müssen Sie sich groß vorstellen. Peter Brehm hatte es 1523 als Fachwerkhaus gebaut, es stand auf der Fläche des heutigen oberen Marktplatzes: fünfunddreißig Meter lang, fünfzehneinhalb Meter breit, rund dreißig Meter hoch. Dann kam der Stadtbrand von 1793. Er zerstörte einen Teil der Stadt zwischen Kornhaus und Klösterle. Der Stadtrat beschloss, das alte Rathaus eilig abzubrechen, aus Brandschutzgründen und um den Marktplatz zu vergrößern. Wie es aussah, hält die Chronik Dominikus Deblers fest. Seine Maße stellte man bei Ausgrabungen 1984 fest. Schauen Sie zum Turm hinauf. Die drei Glocken des alten Rathauses hingen hier bis 1942: die große Stundenschlagglocke aus dem 15. Jahrhundert, die Viertelstundenschlagglocke von 1537 und das Sturmglöckchen von 1755. 1942 wurden sie abgegeben. Zwei neue Glocken von 1950 goss die Glockengießerei Kurtz aus Stuttgart. Auf der großen sind zwei Handwerker und ein Goldschmied am Werkbrett abgebildet, dazu steht eine Inschrift, die ans Werk ruft und zum Ruhen mahnt. Die kleine zeigt die heilige Cäcilia mit dem Geigerlein und eine Inschrift, die dazu auffordert, hinauf zur Ewigkeit zu schauen. Außerdem hat das Rathaus ein Glockenspiel. Auch das Haus wuchs. 1906 bis 1908 erweiterte Johann Herkommer es nach Süden, in den Formen des Barock, mit einem neuen Giebeltrakt zur Rinderbachergasse. 1962 wurde bei einer Innenrestaurierung der Stuck im Ratssaal zerstört. 1973 bis 1975 folgten weitere Umbauten, dabei erneuerte man den Dachreiter.
Sie stehen vor dem Rathaus am Marktplatz, einem barocken Bau. Es entstand 1783 bis 1785 aus dem Umbau eines Stadtpalais der Patrizierfamilie Debler und dient bis heute der Stadtverwaltung. Es ersetzte das Alte Rathaus, einen großen Fachwerkbau, der bis 1793 auf dem Marktplatz stand.
Hier siehst du das Rathaus von Gmünd. Früher war es das Wohnhaus einer reichen Familie, der Familie Debler. Dann kaufte die Stadt das Haus und baute es zum Rathaus um. Das war vor mehr als zweihundert Jahren. Auf dem Platz stand damals noch ein anderes Rathaus, ein riesiges Fachwerkhaus, rund dreißig Meter hoch. Man riss es ab, damit bei einem Feuer nicht noch mehr brennt und damit der Platz größer wird. Schau zum Turm hinauf. Dort hängen Glocken. Zwei davon wurden 1950 gegossen. Wie viele Glocken siehst du?
Koordinaten: 48.7994, 9.79838 · auf der Karte