Stadtohr

Stadtrundgang Schwäbisch Gmünd · Station 3 von 16

Grät

13. Jahrhundert · fachwerk, kaufhaus, marktplatz, dreikönigsrelief

Ausführlich

Sie stehen vor der Grät, Marktplatz 7. Das Fachwerkhaus war einst ein Kaufhaus und zugleich Sitz städtischer Verwaltung. Der Name kommt von den treppenförmigen Gerüsten, den Schrannen, auf denen die Waren angeboten wurden. Schauen Sie auf die Nordmauer. Sie ist aus Buckelquadern gemauert, wie man es in der Stauferzeit tat, und weist auf einen Ursprung im 13. Jahrhundert. Die erste sichere Erwähnung ist jünger: 1386 ist von einem Kaufhaus die Rede, und wahrscheinlich ist es diese Grät. 1431 wird von einem Gericht in der Grät berichtet. Auch später begegnen Zeugen, Notare und Ratsherren. Hier wurde gehandelt und verwaltet, beides unter einem Dach. Im Haus steht ein Bau, den man wegen seines Grundrisses und seiner mächtigen Mauern oft als Turm bezeichnet hat. Manche meinten sogar, er stamme aus der Zeit des Glockenturms, von dem wir kommen. Untersuchungen zeigen aber, dass er vermutlich erst im 15. Jahrhundert als Tresorraum gebaut wurde. Der Chronist Dominikus Debler listete 1804 auf, was in der Grät lag: eine Balkenwaage, eine Butterwaage, ein Messviertel, verschiedene Zuber und die Marktfahne. Dazu kamen das Stadtzepter, Kaiserporträts und Wappenformen. 1809 berichtete er, man habe eine Rüstkammer in der Grät geleert und allerlei veraltete Waffen gefunden, die zum Teil verkauft wurden. Und 1802, bei der Säkularisation, diente das Haus als Sammelstelle für das Kirchensilber und die Glocken der aufgehobenen Klöster der Stadt. Heute ist hier unter anderem Gastronomie, und seit April 2017 das Panoramamuseum mit Werken von Hans Kloss. 1928 ließ man die Fassade restaurieren und legte dabei das Fachwerk frei, an der Westfassade geschah das 1954. In den Siebzigerjahren baute man im Erdgeschoss eine Passage mit Ladenräumen ein und restaurierte die Malereien im Tresorraum. Und dann das Relief an der Fassade zum Marktplatz hin: Es zeigt die Heiligen Drei Könige, umgeben von Maßwerk und Wappen, spätgotisch, um 1500. Es stammt vermutlich vom Kappelturm und sollte dort daran erinnern, dass die Gebeine der Heiligen Drei Könige auf dem Weg von Mailand nach Köln eine Nacht in dieser Stadt lagerten. Bis 1863 war es am Haus Marktplatz 17 angebracht. Dann kam es an die Grät.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Grät, einem Fachwerkhaus am Marktplatz. Sie war einst Kaufhaus und Sitz städtischer Verwaltung. Ihr Name kommt von den treppenförmigen Gerüsten, auf denen die Waren angeboten wurden. Die Nordmauer stammt noch aus der Stauferzeit. Seit 2017 ist ein Museum im Haus.

Für Kinder

Dieses Haus war früher ein Kaufhaus. Die Händler boten ihre Waren auf treppenförmigen Gerüsten an, und danach heißt das Haus Grät. Im Haus gibt es einen Raum mit sehr dicken Mauern. Dort bewahrte man wertvolle Dinge auf, es war ein Tresorraum. Schau an die Fassade: Dort siehst du die Heiligen Drei Könige. Das Bild ist mehr als fünfhundert Jahre alt. Es erinnerte daran, dass die Gebeine der drei Könige auf dem Weg von Mailand nach Köln eine Nacht in der Stadt lagen. Kannst du die drei Könige finden?

Quellen

Koordinaten: 48.7995, 9.7978 · auf der Karte

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