Sie stehen am Glockenturm, Münsterplatz 4. Früher nannte man ihn Glockenhaus. Es ist ein romanisches Gebäude, um 1228 errichtet, und es beherbergt heute die Glocken des Heilig-Kreuz-Münsters. Er ist ein Campanile, ein eigenständiger Glockenturm. Diese Form ist im schwäbischen Raum einzigartig. Schauen Sie am Turm hinauf. Das Pyramidendach, durchbrochen von den Klangarkaden, ist doppelt so hoch wie das Mauerwerk darunter. Insgesamt misst der Turm rund sechsunddreißig Meter. Vollständig sehen Sie ihn nur von zwei Seiten, denn im frühen 16. Jahrhundert baute man an seine Westfassade das Mesnerhaus des Münsters. Spannender ist, was dieser Turm einmal war. Im zweiten Obergeschoss gibt es zwei rußgeschwärzte Balken, eine Nische und den Rest eines Kamins. Sie deuten auf eine frühere Nutzung als Wohnhaus. Im Erdgeschoss haben Holzproben Balken auf die Jahre 1227 und 1228 datiert, zwei weitere auf 1143 und 1154. Man geht deshalb davon aus, dass der Turm um 1228 als romanischer Wohnturm gebaut wurde. Zum Glockenturm wurde er erst später. Gesicherte Belege dafür gibt es ab 1578. Seit jeher nimmt man aber an, dass er 1497 als Ersatz für die eingestürzten Münstertürme eingerichtet oder umgebaut wurde. Die Hölzer des Glockenstuhls stammen aus den Jahren 1502 bis 1505, die der Unterkonstruktion schon von 1490. Die Historiker sehen darin eine Vorbereitung. Dieses und einige andere Indizien sprechen dafür, dass der Einsturz der Münstertürme schon vorauszusehen war. Der Turm blieb ein ständiges Provisorium, denn alle Pläne, die Münstertürme neu zu bauen, wurden nie umgesetzt. Seit dem Umbau hat man ihn nicht mehr größer verändert. Vier Glocken überstanden den Einsturz. Zwei von ihnen wurden beschädigt und geflickt; an der Marienglocke sieht man das besonders gut. Die Glocken von 1455 und 1456 goss Hans Eger in Reutlingen. Bei der vierten geht man davon aus, dass der Meister der Feuerglocke von St. Lorenz in Nürnberg sie goss. Zwei kleinere Glocken hängen außerdem im Dachreiter des Münsters. Von 2007 bis 2009 wurde der Turm saniert, unter Leitung der Münsterbauhütte. Seit 2012 nutzt die Stadt das Erdgeschoss des ehemaligen Wohnturms für Ausstellungen und Veranstaltungen.
Sie stehen am Glockenturm, Münsterplatz 4. Er hieß früher Glockenhaus, ist ein romanischer Bau von etwa 1228 und beherbergt heute die Glocken des Münsters. Als Campanile ist er im schwäbischen Raum einzigartig. Seine Geschichte hängt mit dem Einsturz der Münstertürme zusammen.
Dieser Turm hat früher etwas ganz anderes gemacht als heute. Man geht davon aus, dass er ein Wohnturm war, ein Turm zum Wohnen. Im zweiten Stock hat man rußgeschwärzte Balken und den Rest eines Kamins gefunden. Dann stürzten die Türme des Münsters ein, und man baute den Wohnturm zum Glockenturm um. Eigentlich sollte das nur für eine Weile sein, aber er blieb. Heute hängen hier vier Glocken. Zwei von ihnen wurden geflickt, an der Marienglocke sieht man das gut. Kannst du dir vorstellen, wie schwer eine Glocke ist?
Koordinaten: 48.7992, 9.79667 · auf der Karte