Stadtohr

Stadtrundgang Schwäbisch Gmünd · Station 10 von 16

Palais Debler

1791 · palais, augustiner, finanzamt, bocksgasse

Ausführlich

Sie stehen vor dem Palais Debler an der Bocksgasse. Es wurde 1791 errichtet, anstelle früherer Gebäude, die schon im 14. Jahrhundert die Herren Adelmann von Adelmannsfelden genutzt hatten. Ein Querbau verbindet es mit der Klosterkirche. Um das Haus zu verstehen, müssen wir kurz auf das Kloster schauen, dessen Kirche daneben steht. 1284 erlaubte die Stadt dem Augustiner-Eremitenorden, sich hier aufzuhalten, Grundstücke zu erwerben und zu bebauen. Damals begann wohl der Bau der ersten Klostergebäude. 1285 genehmigte der Augsburger Bischof Hartmann den Augustinern, in Gmünd Gottesdienste zu feiern und zu predigen. 1288 gab es Streit mit dem Rektor der Pfarrkirche, der in geistlicher Konkurrenz zu den Ordensklerikern stand. Er forderte sogar, die im Bau befindliche Klosterkirche abzureißen. Am 13. Dezember 1288 entschied Papst Nikolaus IV. zugunsten der Augustiner. 1535 nahm Kaiser Karl V. im Kloster Quartier, das damals aus mittelalterlichen Fachwerkbauten bestand. 1738 begann der Baumeister Christian Wiedemann mit dem barocken Klosterneubau, der 1747 abgeschlossen war. Die Klosterkirche, ein gotischer Bau, wurde nach einem Teilabriss barockisiert wiedererrichtet. Am 3. Januar 1803 erhielt das Kloster ein Aufhebungsdekret im Rahmen der Säkularisation. Die Augustiner mussten ausziehen und sich bei Gmünder Bürgern einquartieren. Und das Palais? 1827 ging das Gebäude an Württemberg und wurde 1828 zu einer Taubstummenanstalt, wie man damals sagte, einer Anstalt für Gehörlose. Dort wirkte unter anderem der Gehörlosenpädagoge Lorenz Haug. Von 1963 bis 1974 diente das Haus als Studentenwohnheim der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Seit 1974 ist es Finanzamt. 1980 baute man es noch einmal für die Behördennutzung um, und 1982 zog das Finanzamt endgültig ein. Heute beherbergt das frühere Augustinerkloster die evangelische Stadtpfarrkirche und das Finanzamt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Palais Debler an der Bocksgasse. Es wurde 1791 anstelle früherer Gebäude errichtet und ist über einen Querbau mit der Klosterkirche der Augustiner verbunden. Später war hier eine Anstalt für Gehörlose, dann ein Studentenwohnheim. Seit 1974 ist im Haus das Finanzamt.

Für Kinder

Dieses Haus heißt Palais Debler und wurde 1791 gebaut. Es steht neben einer Kirche und ist mit ihr verbunden. Die Kirche gehörte früher zu einem Kloster, in dem Augustiner lebten. Das Palais hatte viele Aufgaben. Es war eine Anstalt für Gehörlose, also für Menschen, die nicht hören können. Danach war es ein Wohnheim für Studenten. Und heute ist hier das Finanzamt. Findest du die Verbindung zur Kirche?

Quellen

Koordinaten: 48.79908, 9.79478 · auf der Karte

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