Stadtohr

Stadtrundgang Saarbrücken · Station 5 von 16

St. Johanner Marktbrunnen

1760 · brunnen, barock, denkmalschutz

Ausführlich

Sie stehen vor dem St. Johanner Marktbrunnen. Schauen Sie ihn sich von oben nach unten an. Aus dem Mittelbecken ragt ein Obelisk als Brunnenstock, mit Ranken verziert und von einer Vase bekrönt. Der Brunnen selbst ist achtseitig und geschwungen und hat vier Ausbauchungen, die als Außenbecken dienen. Das Wasser strömt aus vier Masken und läuft über schmiedeeiserne Rohre in diese Becken. Auf dem Rand des Mittelbeckens verläuft ein reich verziertes schmiedeeisernes Gitter. Die vier großen Becken, die Sie sehen, wurden erst um 1880 eingesetzt und 1930 erneuert. An ihrer Stelle saßen ursprünglich Muscheln. Dieser Brunnen ist der dritte. 1556 bezahlte die Bürgermeisterei St. Johann Steinmetzarbeiten des Bildhauers Wolf Schroppen für einen Brunnen auf dem Markt. 1602 ersetzte ihn einer von Heinrich Kempter, dem Schlossbaumeister, mit einem gewappneten Mann und zwei Schilden darauf, dem Wappen des Grafen und dem Wappen von St. Johann. Der heutige Brunnen entstand 1759/60 als Ergebnis eines Wettbewerbs, nach Entwürfen von Ignatius Bischof und Friedrich Joachim Stengel. Die Bildhauerarbeiten führte Johann Philipp Mihm aus, das Eisengitter schuf Sontag Bückelmann, die Kunstschmiedearbeiten Johann Ludwig Hör. Nun das eigentliche Thema dieser Station. Kein anderes Stück dieser Stadt ist so oft verschoben worden. Im 20. Jahrhundert wurde der Brunnen mehrfach versetzt, um den wechselnden Verkehrsführungen gerecht zu werden. Einmal brachte man ihn auf die andere Platzseite, hin zum Haus Kautze Eck, weil man so größere Vorbeimärsche der Parteiformationen und sonstige Verkehrsströme besser über den Markt führen konnte. Ein barocker Brunnen als Verkehrshindernis. Erst nach der Einrichtung der Fußgängerzone kam er zurück auf seinen ursprünglichen Platz, dort wo sich die Sichtachsen von St. Johanner Markt, Obertorstraße und Saarstraße treffen, und wurde auf einen gestuften Sockel gestellt. Genau dafür war er entworfen worden. Saniert werden musste er mehrfach, 1930, 1994 und 2012. Er steht als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz. Wenn Sie weitergehen, achten Sie darauf, wie der Blick vom Brunnen die Straßen entlang läuft. Das ist kein Zufall, das ist der Entwurf.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem St. Johanner Marktbrunnen. Der heutige Brunnen entstand 1759/60 als Ergebnis eines Wettbewerbs, nach Entwürfen von Ignatius Bischof und Friedrich Joachim Stengel. Die Bildhauerarbeiten stammen von Johann Philipp Mihm, das schmiedeeiserne Gitter von Sontag Bückelmann. Er steht als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz.

Für Kinder

Du stehst vor einem Brunnen. Schau mal, wo das Wasser herauskommt: aus vier Gesichtern aus Stein. Man nennt sie Masken. In der Mitte steht eine hohe spitze Säule mit einer Vase oben drauf. Dieser Brunnen ist schon der dritte an dieser Stelle. Der erste ist über vierhundert Jahre alt gewesen, dann kam ein zweiter, und der, den du siehst, wurde vor etwa zweihundertsechzig Jahren gebaut. Und jetzt kommt das Komische: Der Brunnen musste immer wieder umziehen. Weil Autos und Straßenbahnen durch den Platz fuhren, hat man ihn an eine andere Ecke geschoben. Stell dir vor, jemand schiebt einen Brunnen herum wie einen Schrank. Erst als keine Autos mehr auf den Platz durften, kam er an seinen alten Platz zurück. Wo würdest du ihn hinstellen?

Quellen

Koordinaten: 49.23266722, 6.99629233 · auf der Karte

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