Sie stehen auf der Alten Brücke, und damit auf dem Bauwerk, das dieser Stadt den Namen gegeben hat. Saarbrücken heißt Brücke über die Saar. Dies ist die älteste erhaltene Brücke im Saarland. Der Anlass für den Bau klingt wie eine Anekdote, steht aber so in den Quellen: Kaiser Karl V. konnte den Fluss an dieser Stelle wegen Hochwassers mehrere Tage lang nicht überqueren. Daraufhin ließ Graf Philipp II. die Brücke bauen. Zuvor hatte es weiter flussaufwärts eine Römerbrücke gegeben, die im frühen Mittelalter verfiel. Dazwischen lagen Jahrhunderte ohne festen Übergang. Zur Datierung: Der die Quelle zu Brücken nennt 1546/49, der Wikipedia-Quelle zur Stadt 1546/47, Wikidata nennt 1549. Begonnen wurde 1546, für das Ende gibt es mehrere Angaben, und ich nenne Ihnen alle. Jetzt schauen Sie auf die Mitte der Brücke. Von 1904 bis nach dem Zweiten Weltkrieg stand hier ein Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. Zwei der mittleren Brückenpfeiler wurden dafür aufwändig erweitert. Eingeweiht wurde das Denkmal am 14. Mai 1904, in Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. und der Kaiserin Auguste Viktoria. Gestaltet hatte es der aus Weimar stammende Bildhauer Adolf von Donndorf, nach dem Vorbild des Denkmals auf der Hohensyburg. An den Auftrag war Donndorf durch gute Bekanntschaft mit dem Saarbrücker Bürgermeister Friedrich Wilhelm Feldmann gekommen. Die Baukosten betrugen über 137.900 Mark. Vorbild für die Idee, ein Reiterdenkmal mitten auf eine Brücke zu setzen, waren das Denkmal Heinrichs IV. auf dem Pont Neuf in Paris und das Standbild des Großen Kurfürsten auf der ehemaligen Langen Brücke in Berlin. Das Denkmal überstand 1945 die Teilsprengung der Brücke durch flüchtende deutsche Truppen. Es überstand nicht den Frieden: Nach Kriegsende wurde es auf Befehl der französischen Besatzungsmacht als Symbol des preußischen Militarismus abgetragen. Nun zu den Bögen. Ursprünglich waren es vierzehn. Auf der St. Johanner Seite gingen durch den Bau des Finanzministeriums und die Anlage des heute Tifliser Platz genannten Platzes mehrere verloren oder wurden zugeschüttet. Auf der Alt-Saarbrücker Seite verschwand um 1763 ein Bogen bei einer Saarbegradigung. Umgekehrt wurde die Brücke beim Bau der Stadtautobahn von 1961 bis 1963 mit einem stählernen Steg verlängert, der die Autobahn überbrückt. Dafür wurde die von Friedrich Joachim Stengel errichtete Schlossmauer um siebzehn Meter zurückversetzt und das ebenfalls von Stengel erbaute historische Oberamtshaus abgerissen. 1973 wurde die Saarkanalisierung beschlossen, und die Alte Brücke wäre fast abgerissen worden, weil die Durchfahrtshöhen und -breiten ihrer Bögen für Europaschiffe nicht ausreichen. Man verzichtete dann darauf, den Saarausbau bis zum Osthafen auszudehnen. 2021 wurden Planungen für eine umfassende Sanierung bekannt. Diese Brücke ist dreimal abgebildet worden, auf einer Dauermarke des Saargebiets von 1922, auf einer Sondermarke des Saarlands zum Tag der Briefmarke 1951 und auf einer Marke der Bundespost von 1973. Drei Staaten, dieselben Bögen. Gehen wir hinüber.
Sie stehen auf der Alten Brücke, der ältesten erhaltenen Brücke des Saarlandes. Gebaut wurde sie unter Graf Philipp II., nachdem Kaiser Karl V. die Saar hier wegen Hochwassers mehrere Tage nicht überqueren konnte. Heute ist sie nur für Fußgänger und Radverkehr freigegeben. Sie liegt unmittelbar bei Staatstheater, Markt und Schloss.
Du stehst auf der ältesten Brücke des Saarlandes. Weißt du, warum sie gebaut wurde? Ein Kaiser wollte hier über den Fluss. Er hieß Karl der Fünfte. Aber das Wasser stand zu hoch, und er musste mehrere Tage warten. Danach beschloss ein Graf: Hier muss eine Brücke her. Das war vor fast fünfhundert Jahren. Später, im Jahr 1904, stellte man mitten auf die Brücke ein Reiterdenkmal, einen Kaiser aus Bronze auf einem Pferd. Nach dem Krieg wurde es wieder abgebaut. Die Brücke hatte früher vierzehn Bögen. Heute sind es weniger, weil Straßen und Häuser dazwischen gebaut wurden. Einmal sollte sie sogar abgerissen werden, weil große Schiffe nicht darunter durchpassten. Sie steht aber noch. Wenn du mitten auf eine Brücke etwas stellen dürftest, was wäre das?
Koordinaten: 49.2315, 6.99342 · auf der Karte