Sie stehen vor dem Museum für Vor- und Frühgeschichte. Auf diesem Rundgang haben wir bisher über Fürsten, Brücken und Fassaden gesprochen, alles nicht älter als rund tausend Jahre. In diesem Haus wird der Zeitraum davor verwaltet, und zwar auf rund zweitausend Quadratmetern: die Kulturentwicklung des Menschen von der Steinzeit über die Bronze- und die Eisenzeit bis zum frühen Mittelalter im Saarland. Die Spanne der Ausstellungsstücke ist leicht zu merken. Sie reicht vom Faustkeil bis zu fränkischem Goldschmuck. Zwei Dinge sollten Sie kennen. Das erste sind die Grabfunde einer keltischen Fürstin aus dem Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim. Eine Frau, deren Namen niemand kennt, die aber so bestattet wurde, dass man ihren Rang noch heute ablesen kann. Das zweite steht nicht hier, gehört aber zum Museum: die Römische Villa Nennig. Ihr Mosaikboden ist hundertsechzig Quadratmeter groß und gilt als der größte nördlich der Alpen. Hundertsechzig Quadratmeter, aus kleinen Steinen zusammengesetzt, von Hand. Dazu kommen Funde aus der römischen Kaiserzeit, Keramik- und Glasgefäße, Werkzeuge, Münzen und Inschriften, sowie Wandmalereien aus der Villa von Mechern. Auch das Museum selbst ist umgezogen. Nach dem Krieg saß das Staatliche Konservatoramt mit der Sammlung im Palais Freithal am Ludwigsplatz. 1959 öffnete das Museum für den Publikumsverkehr. 1965 übernahm Alfons Kolling die Leitung. 1980 wurde es der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz eingegliedert. 2005 erwarb das Land das Haus vom Regionalverband Saarbrücken, um die zergliederte Museumslandschaft im Saarland neu zu strukturieren und das Museum aufzuwerten. Das bis 2008 im selben Gebäude untergebrachte Landesdenkmalamt musste umziehen, damit Raum frei wurde. 2008 und 2009 wurde umfassend saniert, und erst seitdem stehen alle Stockwerke des Gebäudes für Museumszwecke zur Verfügung. Von dem Gebäude selbst, dem ehemaligen Kreisständehaus, erzähle ich Ihnen an der nächsten Station. Es hat eine Geschichte, die mit Archäologie nichts zu tun hat.
Sie stehen am Schlossplatz vor dem Museum für Vor- und Frühgeschichte. Es zeigt auf rund zweitausend Quadratmetern die Zeit von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter im Saarland. Für den Publikumsverkehr öffnete es 1959. Untergebracht ist es im ehemaligen Kreisständehaus.
Du stehst vor einem Museum, in dem es um die Zeit geht, aus der es noch keine Bücher gibt. Die Leute von damals haben nichts aufgeschrieben. Alles, was wir wissen, kommt aus dem Boden: Werkzeuge, Töpfe, Münzen, Schmuck. Das älteste Stück ist ein Faustkeil, ein Stein, den man so bearbeitet hat, dass er schneidet. Besonders berühmt ist hier das Grab einer keltischen Fürstin. Ihren Namen kennt niemand, aber an ihrem Schmuck kann man sehen, dass sie wichtig war. Zum Museum gehört auch ein römisches Haus, in dem ein Fußboden aus vielen kleinen bunten Steinen liegt. Er ist hundertsechzig Quadratmeter groß und der größte nördlich der Alpen. Alles von Hand gelegt, Stein für Stein. Wie lange würdest du dafür brauchen?
Koordinaten: 49.2308, 6.9914 · auf der Karte