Stadtohr

Stadtrundgang Rosenheim · Station 2 von 16

Ellmaierhaus

· holz, museum, inn-salzach-stil, salz

Ausführlich

Sie stehen vor dem Ellmaierhaus am Max-Josefs-Platz. Schauen Sie zuerst die Fassade an. Sie ist einundzwanzig Meter breit, hat drei Arkaden und sieben Fensterachsen. Das Haus wurde im 16. Jahrhundert im Inn-Salzach-Stil erbaut, und im Eingangsportal ist die Jahreszahl 1568 eingemeißelt. Seinen Namen verdankt es den Familien Ellmayr, die es im 18. und 19. Jahrhundert bewohnten. Seit 1856 ist es in städtischem Besitz. Es wurde mehrfach umgebaut, aber die Fassade blieb weitgehend unverändert. In den 1980er Jahren wurde das Haus umfassend saniert. Dabei blieben die Struktur und viele historische Bauteile erhalten, auch die Himmelsleiter, die zu den Museumsräumen im ersten Obergeschoss führt. Das Gebäude ist ein geschütztes Baudenkmal. Nun zum Museum. Das Holztechnische Museum geht auf eine Initiative von Vertretern der Rosenheimer Ausbildungsstätten für Holzverarbeitungsberufe zurück. Sie gründeten 1979 einen Verein und legten eine Sammlung an: technische Geräte, Maschinen, Werkzeuge, Modelle und Literatur. Die Stadt stellte Räume im sanierten Ellmaierhaus zur Verfügung, und am 16. Januar 1990 wurde das Museum eröffnet. Träger sind die Stadt Rosenheim und der Bezirk Oberbayern. Der Rundgang im Haus beginnt mit dem Rohstoff, den heimischen Nutzholzarten und ihren Eigenschaften. Fotos und Werkzeuge zeigen die Arbeit der Holzfäller. Es folgen Modelle historischer Sägemühlen und die Handwerke der Wagner, Schäffler und Schreiner. Bohrmaschinen, Drechselbank, Band- und Kreissäge zeigen, wie die Holzverarbeitung mechanisiert wurde. Es gibt Funktionsmodelle einer Ochsentretscheibe und des Marktbreiter Hafenkrans. Als Beispiel für den Ingenieurholzbau sind ein Modell und ein originales Bauteil des ehemaligen Ismaninger Sendeturms zu sehen. Am Schluss wird erklärt, wie Furnier hergestellt wird. Ein Ausstellungsstück gehört ganz zu Rosenheim. Wasser- und Soleleitungen wurden einst aus Deicheln gebaut, so auch die Reichenhaller Soleleitung, die nach Rosenheim führte. Originalteile davon sind hier zu sehen. Damit sind wir beim Salz. 1810 wurde Rosenheim nach Reichenhall und Traunstein zum Standort der dritten bayerischen Saline. Eine frühe Art Pipeline aus Holz brachte Sole von den Salzbergwerken im Raum Reichenhall bis zur Rosenheimer Saline. Durch das Sieden von Salz wurde die Innstadt zu einem Zentrum der bayerischen Salzproduktion, bis die Saline 1958 geschlossen wurde. Holz und Salz treffen sich also hier, in einem Stück Leitung.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Ellmaierhaus am Max-Josefs-Platz. Das Bürgerhaus wurde im 16. Jahrhundert im Inn-Salzach-Stil erbaut, im Eingangsportal ist die Jahreszahl 1568 eingemeißelt. Seit 1990 ist hier das Holztechnische Museum.

Für Kinder

Du stehst vor dem Ellmaierhaus. Im Eingang ist die Zahl 1568 eingemeißelt. Heute ist in dem Haus ein Museum nur für Holz. Dort siehst du zum Beispiel Fotos von der Arbeit der Holzfäller und Modelle von alten Sägemühlen. Du siehst auch Teile einer alten Leitung aus Holz. Durch sie floss Sole, das ist Salzwasser, von Reichenhall bis nach Rosenheim. Der Weg zu den Museumsräumen im ersten Stock führt über die Himmelsleiter. Was glaubst du: Warum heißt sie so?

Quellen

Koordinaten: 47.855, 12.1265 · auf der Karte

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