Sie stehen auf der Steinernen Brücke. Gebaut wurde sie von 1135 bis spätestens 1146, komplett aus Stein, und sie gilt als die älteste erhaltene Brücke Deutschlands. Gehen Sie ein paar Schritte und schauen Sie die Brüstung entlang nach vorn. Sie merken zwei Dinge: Die Brücke ist nicht gerade, sondern leicht nach Osten gekrümmt, und sie steigt zur Mitte hin an, um fünf Komma fünf Meter. Beides ist Absicht. Die Bauleute folgten den Untergrundverhältnissen und dem Strömungsverlauf. Auch die Pfeiler sind ungleich dick und unterschiedlich ausgerichtet, und die Gewölbe sind nicht gleich. Diese Brücke ist kein Entwurf vom Reißbrett. Sie ist eine Antwort auf einen Fluss. Sechzehn Segmentbögen hat sie, zu sehen sind nur vierzehn. Der erste Bogen und der erste Pfeiler auf der Südseite wurden 1551 beim Neubau des Amberger Salzstadels komplett unter dem Boden eingebaut und tragen seitdem den südlichen Brückturm. Der sechzehnte Bogen ist fast völlig vom Stadtamhofer Brückenbasar überdeckt. Nach ihrer Erbauung war die Brücke die einzige Donaubrücke zwischen Ulm und Wien. Damit verband sie die Fernhandelswege aus dem Süden mit den Absatzgebieten im Norden. Regensburg verdiente an den Zolleinnahmen, und auch der Handel mit dem nahen nördlichen Umland wurde leichter. Und nun eine Geschichte, die man nur versteht, wenn man eben in Stadtamhof war. Der fünfte Brückenpfeiler steht auf dem Hammerbeschlächt, einem etwa zehn Meter breiten Steindamm, der 1388 errichtet wurde und die Donauinsel Unterer Wöhrd mit dem Oberen Wöhrd verbindet. Mit diesem Damm wollten die Regensburger den Wasserspiegel im südlichen Donauarm immer ausreichend hoch halten, damit der Südhafen ein komfortabler Anlegeplatz blieb. Gleichzeitig versuchten sie, die Wasserversorgung des bayerischen Hafens am Nordufer in Stadtamhof niedrig zu halten, um dessen Nutzung zu erschweren. Man hat hier also mit einem Steindamm Wirtschaftspolitik gemacht, gegen die Nachbarn, deren Stadtmauer man fünfzig Jahre nach ihrem Bau abgerissen hatte. Schauen Sie über die Brüstung nach Osten. Dort saß früher das Brückenmännlein. Die Ursprungsfigur blickte zum Himmel und schützte die Augen mit der Hand vor der Sonne, rittlings auf dem Satteldach einer Türbekrönung am Eingang zu einer Schleifmühle, die auf dem Beschlächt des dritten Brückenpfeilers stand. Die Figur, die seit 1854 die Silhouette der Brücke prägt, ist eine Nachfolgerin. Im Dezember 2012 verlor sie einen Arm, aus zunächst ungeklärten Gründen. Taucher fanden ihn in der Donau nicht. Mit Spenden wurde die Figur bis 2018 wiederhergestellt. Was Sie gerade tun, nämlich zu Fuß hinübergehen, war achthundert Jahre lang die wichtigste Bewegung dieser Stadt. Am Südende wartet eine Küche, die ungefähr so alt ist wie die Brücke.
Sie stehen auf der Steinernen Brücke. Gebaut wurde sie von 1135 bis spätestens 1146, komplett aus Stein. Sie gilt als die älteste erhaltene Brücke Deutschlands. Sechzehn Bögen hat sie, nur vierzehn sind zu sehen. Heute ist sie Fuß- und Radweg.
Du stehst auf der ältesten Brücke Deutschlands, die noch da ist. Gebaut wurde sie zwischen 1135 und 1146, nur aus Stein, ohne Maschinen. Lauf ein paar Schritte und schau nach vorn. Die Brücke ist nicht gerade, sie ist krumm, und in der Mitte höher als am Rand. Das ist kein Fehler, sondern Absicht, wegen des Wassers und des Bodens unten. Lange war das die einzige Brücke über die Donau zwischen Ulm und Wien. Zähl mal die Bögen unter dir. Du findest vierzehn. Es sind aber sechzehn, zwei sind versteckt.
Koordinaten: 49.021777777, 12.097277777 · auf der Karte