Sie stehen vor der Historischen Wurstkuchl, unmittelbar neben der Steinernen Brücke. Sie gilt als der weltweit älteste Betrieb dieser Art, und das ist keine Wirtshausgeschichte, sondern halbwegs gut belegt. Der Anfang hängt an der Brücke. Während ihres Baus von 1135 bis etwa 1146 soll hier ein Gebäude gestanden haben, das als Baubüro diente und auch als Werkküche für die Arbeiter dienen konnte. Dieses Soll ist wichtig, mehr gibt die Quelle nicht her. Urkundlich wird es 1378. In zwei Urkunden dieses Jahres ist ein Koch namens Konrad von der Steinernen Brücke erwähnt, in der Schreibweise der Zeit Chunrat der Choch vor prukk. Danach ist der Betrieb als Garküche auf dem Kranchen bezeugt. 1616 wurde dieses Gebäude beim Bau des Salzstadels abgebrochen, so steht es in der Bauamtschronik. Schon bald danach entstand am gleichen Ort eine neue Garküche, die als südliche Rückwand einfach die Stadtmauer benutzte. Auf einer Stadtansicht von 1626 ist sie abgebildet. 1651 wurde neu gebaut. Für die Folgejahre kennt man die Besitzer namentlich: 1680 Wolf Hauser, 1807 Johann Niesler, 1812 Conrad Miezam, danach bis 1990 die Familie Schricker. Dass hier wirklich und über Jahrhunderte gekocht wurde, bestätigt ein unspektakulärer Fund. 1986, bei den Sanierungsarbeiten am Salzstadel, entdeckte man die alte Abfallgrube der Garküche. Darin lagen Knochen von Rind, Schwein, Ziege, Schaf, Hase und Geflügel. Das ist der eigentliche Beleg: nicht eine Urkunde, sondern ein Müllhaufen. Und er sagt etwas über das Essen. Die Bratwurst, an die heute alle denken, ist jung. Erst im 19. Jahrhundert spezialisierte sich die Garküche auf Bratwürste, und um 1900 gab es daneben noch Selchfleisch mit Kraut. Vorher wurde hier gegessen, was es gab, und was es gab, zeigen die Knochen. Ab 1880 setzte der Fremdenverkehr verstärkt ein, und aus der Garküche wurde die Historische Wurstkuchl. Senf und Sauerkraut werden im Betrieb selbst hergestellt, die Würste kommen aus der hauseigenen Metzgerei. Jetzt schauen Sie an der Wand nach unten und suchen die Hochwassermarken. Die Lage direkt an der Donau hat ihren Preis. Seit ihrer Fertigstellung war die Wurstkuchl immer wieder überflutet, und die Marken zeigen, wie hoch. Seit 2010 kann der Betrieb durch mobile Elemente vor Überflutungen geschützt werden. Achthundertfünfzig Jahre Fleisch an einem Ort, der regelmäßig unter Wasser steht. Gehen wir weiter in die Stadt hinein, zum Rathaus.
Sie stehen vor der Historischen Wurstkuchl neben der Steinernen Brücke. Sie gilt als der weltweit älteste Betrieb dieser Art. In zwei Urkunden von 1378 ist hier ein Koch namens Konrad von der Steinernen Brücke erwähnt. Seit über achthundertfünfzig Jahren wird an dieser Stelle Fleisch zubereitet.
Hier riecht es nach Bratwurst, und das ist an dieser Stelle schon sehr lange so. Die Wurstkuchl gilt als die älteste Garküche der Welt. Eine Garküche ist ein Ort, an dem Essen für andere gekocht wird. Als die große Brücke nebenan gebaut wurde, stand hier wohl eine Hütte, in der für die Bauarbeiter gekocht wurde. 1378 steht in einer Urkunde ein Koch mit Namen: Konrad von der Steinernen Brücke. 1986 haben Forscher die alte Müllgrube gefunden. Schau an der Wand nach Strichen. Sie zeigen, wie hoch das Wasser stand. Wie hoch wäre das bei dir?
Koordinaten: 49.021, 12.0976 · auf der Karte