Sie stehen vor dem Haus Lange Gasse 25, und damit am letzten der vier Fachwerkhäuser dieses Rundgangs. Zählen Sie die Jahreszahlen noch einmal zusammen: 1614 die Nummer 29, um 1620 die Nummer 12, 1674 die Nummer 2 bis 4, und hier 1685. Das Westendorf unterhalb des Schlossbergs ist ein Viertel, in dem sich das siebzehnte Jahrhundert fast vollständig erhalten hat. Dieses Haus ist dreigeschossig und hat ein Zwischengeschoss. Es ist das dritte in der Reihe, an dem ein Handwerker genannt wird. An der Stockschwelle steht in einer mit einem Wappen versehenen Inschrift die Zeile mit der Abkürzung für Zimmermann und dem Namen Andreas Bäsen; gemeint ist der Baumeister Andreas Besen. Die Schreibung schwankt, der Mann ist derselbe. Schauen Sie die Fassade von unten nach oben ab. Die Balkenköpfe sind als Pyramiden gearbeitet. Unter den Fenstern sitzen brüstungshohe Rautenkreuze, also Hölzer, die ein X bilden, und profilierte Brüstungshölzer, deren Kanten mit einem Profil versehen sind. In den Gefachen, den Flächen zwischen den Balken, finden sich Zierausmauerungen. Dann das Portal, und hier wechselt der Stil. Es ist barock, mit Oberlicht und einer geohrten Umrahmung, also einer Rahmung, deren obere Ecken seitlich vorstehen wie kleine Ohren. Das Fachwerk ist Handwerkstradition des siebzehnten Jahrhunderts, das Portal zeigt die neue Mode. Das Haus wurde als Diakonat genutzt. Ein Diakonat ist die Dienstwohnung eines Geistlichen, hier also ein Haus, das zu einer Kirchengemeinde gehörte und nicht zu einer Familie. Innen haben sich mehrere Türen aus dem siebzehnten Jahrhundert und ein Stuckkamin erhalten, die Haustreppe entstand um 1720 im Stil des Barock. Von hier aus geht es zurück hinauf auf den Schlossberg, zu der Kirche, in der alles begann.
Sie stehen vor dem Haus Lange Gasse 25 im Stadtteil Westendorf. Das dreigeschossige Fachwerkhaus wurde 1685 errichtet. Eine Inschrift an der Stockschwelle nennt den Baumeister Andreas Besen. Genutzt wurde das Haus als Diakonat. Es gehört zum Welterbe.
Auch dieses Haus hat einen Namen am Balken. Dort steht Andreas Bäsen, und das war der Zimmermann, der es 1685 gebaut hat. In anderen Papieren schreibt man ihn Besen. Namen wurden damals oft so geschrieben, wie man sie hörte. Schau unter die Fenster: Dort bilden Holzbalken ein großes X. Das sieht nett aus und hält die Wand zusammen. Über der Haustür ist ein kleines Fenster, damit Licht in den Flur kommt. Im Haus wohnte nicht eine Familie, sondern jemand von der Kirche. Jetzt geht es wieder hinauf auf den Berg. Würdest du deinen Namen an dein Haus schreiben?
Koordinaten: 51.787, 11.1379 · auf der Karte