Sie stehen vor dem Haus Lange Gasse 2 bis 4. Das ist das größte der Fachwerkhäuser auf diesem Stück Weg, und es ist unterschrieben. Eine Inschrift am Haus, versehen mit einem Wappen, nennt Hans Reule Zimmerman. Danach wurde das Haus 1674 durch den Zimmermann Hans Reule gebaut. Halten Sie das neben die Nummer 29 von 1614, wo Werkzeuge in die Brüstungstafeln geschnitzt sind, und neben die Nummer 25 von 1685, wo wieder ein Zimmermann seinen Namen auf der Stockschwelle hinterließ. Drei Häuser in einer Straße, in denen nicht der Bauherr genannt wird, sondern der Mann, der die Balken gefügt hat. Das ist in dieser Gasse die Regel, nicht die Ausnahme. Nun zum Bau. Drei Geschosse, Ecklage an der nach Osten abknickenden Straße, die Hauptfassade nach Westen, darüber mittig ein Zwerchhaus, also ein Aufbau, der aus dem Dach vortritt. Das Fachwerk ist schlicht; nur in einigen Feldern finden sich Brüstungsstreben und brüstungshohe Rautenkreuze, also Hölzer, die ein X unter der Fensterbrüstung bilden. Die Zierde liegt hier woanders, nämlich im Mauerwerk. Die Gefache, die Flächen zwischen den Balken, sind mit Ziegeln ausgemauert, und die Ziegel sind gemustert verlegt: im Mäanderverband und im Fischgrätenverband. Schauen Sie sich das in Ruhe an. Ein Maurer hat hier in jedem einzelnen Feld ein Muster gelegt, Zickzack und laufende Winkel, und das über drei Geschosse. Die Stockschwellen sind mit Schiffskehlen verziert, also mit Hohlkehlen, und die Balkenköpfe sind als Pyramiden gearbeitet. Zwei Dinge fehlen heute. An der Hausnummer 4 befanden sich ursprünglich Eckkonsolen, die mit Engelsköpfen beschnitzt waren; sie wurden entfernt und sind jetzt im Museum. Und in der Nähe der südöstlichen Hausecke gab es einen Erker, der sich über zwei Felder im ersten und zweiten Obergeschoss erstreckte. In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wurden Ladengeschäfte eingebaut. Das Haus steht im Quedlinburger Denkmalverzeichnis als Wohnhaus und gehört zum Unesco-Welterbe.
Sie stehen vor dem Haus Lange Gasse 2 bis 4 im Stadtteil Westendorf, in der Ecklage der nach Osten abknickenden Straße. Das große dreigeschossige Fachwerkhaus wurde 1674 gebaut. Eine Inschrift nennt den Zimmermann Hans Reule. Es gehört zum Welterbe.
Dieses Haus ist das größte hier in der Straße, und es hat eine Unterschrift. Am Holz steht der Name Hans Reule, dazu das Wort Zimmerman. Hans Reule war der Zimmermann, der das Haus 1674 gebaut hat, und er wollte, dass man das weiß. Jetzt schau genau zwischen die Holzbalken. Die Flächen dazwischen sind mit kleinen Ziegelsteinen gefüllt, und die liegen nicht einfach gerade. In manchen Feldern bilden sie ein Zickzack wie Fischgräten. Jemand hat sich bei jedem einzelnen Feld Mühe gegeben. Früher saßen an einer Hausecke auch noch geschnitzte Engelsköpfe. Die sind heute im Museum.
Koordinaten: 51.787535, 11.137505 · auf der Karte