Sie stehen vor dem Orangerieschloss, und Sie stehen vor einem Teilstück. Das sollte man wissen, bevor man die 304 Meter abschreitet. Der Bau gehört zu einem Plan, der nie fertig wurde. Friedrich Wilhelm IV. wollte eine etwa zwei Kilometer lange Höhenstraße anlegen, eine Triumphstraße, ähnlich einer römischen via triumphalis. Vorgesehen waren eine Tempelanlage zu Ehren Friedrichs II., seit etwa 1848 stattdessen ein Amphitheater, dazu Viadukte, Terrassen und italienisierende Bauten. Der architektonische Höhepunkt sollte dieses Haus sein. Woher die Italiensehnsucht kam, lässt sich benennen. Auf seiner ersten Italienreise 1828 entstanden zahlreiche Zeichnungen und Reiseeindrücke, und daraus wuchs der Wunsch, Sanssouci und die Potsdamer Landschaft mit italienisierenden Bauwerken zu verschönern. Dann die Wirklichkeit. Die Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümern auf dem Bornstedter Höhenzug zogen sich von 1842 bis 1847 hin, wegen überhöhter Preisforderungen. Es folgten die Aufstände der Märzrevolution 1848. Dann fehlten die finanziellen Mittel. 1858 erkrankte der König. Realisiert wurden nur Teile, darunter dieses Schloss mit seiner Terrassenanlage. Nun zum Bau. Die erste Idee stammt von Ludwig Persius, der ab 1840 Entwürfe lieferte und 1845 starb, noch vor Beginn der Bauarbeiten. 1850 erhielt Friedrich August Stüler den Auftrag, unter seiner Leitung arbeitete Ludwig Ferdinand Hesse. 1851 wurde die nach Westen gerichtete Pflanzenhalle errichtet, obwohl wegen der Unentschlossenheit des Königs noch kein endgültiger Gesamtplan vorlag. Im Winter 1852/53 konnte sie bereits Pflanzen überwintern. 1853 begannen die Arbeiten am Mittelbau. Vorbild der Doppeltürme war die Villa Medici in Rom, Vorbild der Fassadengliederung der Pflanzenhallen die zum Arno gerichtete Front der Uffizien in Florenz. Im Oktober 1858 übergab der König krankheitsbedingt die Regentschaft an seinen Bruder Wilhelm und verbrachte den Winter in Italien, wo er weitere Kunstwerke für die Ausgestaltung erwarb. Für die Zeit seiner Abwesenheit gab er schriftliche Anweisungen zum weiteren Ausbau. Bei seinem Tod 1861 war der östliche Eckpavillon erst im Rohbau fertig, der westliche noch nicht begonnen. Abgeschlossen wurde der Bau 1864 unter Wilhelm I., die Fassaden- und Terrassengestaltung dauerte bis in die 1870er Jahre. Schauen Sie die Fassade entlang und halten Sie sich die Doppelfunktion vor Augen. Im Erdgeschoss liegt der über zwei Stockwerke reichende Raffaelsaal mit Kopien nach Werken Raffaels, darum herum fünf großzügig ausgestattete Wohnräume. Links und rechts davon, in den langen Flügeln, stehen im Winter die Kübelpflanzen aus dem Park. Ein Gemäldesaal und ein Gewächshaus unter einem Dach, 304 Meter lang. Seit 1990 steht das Orangerieschloss als Welterbe unter dem Schutz der Unesco.
Sie stehen vor dem Orangerieschloss am Nordrand des Parks Sanssouci. Friedrich Wilhelm IV. ließ es von 1851 bis 1864 nach eigenen Skizzen im Stil der italienischen Renaissance errichten. Mit rund 304 Metern Länge ist es das längste Gebäude der Parkanlage.
Dieses Haus ist sehr lang: 304 Meter. Es ist das längste Gebäude im ganzen Park. Gebaut wurde es zwischen 1851 und 1864. Der König, der es wollte, war oft in Italien und fand die Häuser dort schöner als die zu Hause. Also ließ er sich ein italienisches Haus nach Potsdam bauen. Innen gibt es einen hohen Saal mit Gemälden. Und in den langen Flügeln links und rechts stehen im Winter große Kübel mit Bäumen aus warmen Ländern, die draußen erfrieren würden. Das Haus ist also halb Museum und halb Winterquartier.
Koordinaten: 52.405, 13.0296 · auf der Karte