Stadtohr

Stadtrundgang Potsdam · Station 13 von 16

Botanischer Garten Potsdam

1950 · garten, hofgärtnerei, universität

Ausführlich

Sie stehen im Botanischen Garten Potsdam, und das ist der Ort, an dem dieser Park gearbeitet hat. Zuerst die Gegenwart. Der Garten wurde 1950 auf dem Gelände des ehemaligen Terrassenreviers am Nordrand der Parkanlage Sanssouci angelegt. Das Gesamtareal umfasst etwa fünf Hektar. In den öffentlich zugänglichen Gewächshäusern und auf den Freilandflächen werden fast 9.000 Pflanzenarten in Kultur erhalten. Nun zurück. Das Gelände diente schon lange vor dem Botanischen Garten der Kultivierung von heimischen und vor allem südländischen Früchten und Gemüsesorten für die königliche Tafel, dem Verkauf durch die Hofgärtner und der Aufzucht von Blumen zur Ausschmückung der Schlossanlage. Die Nutzung der Fläche südlich der Maulbeerallee reicht in die Zeit Friedrichs II. zurück. Nach dem Bau von Schloss Sanssouci entwickelte sich nach Westen ein immer größer werdendes Gartenrevier mit Orangerien und Treibhäusern, unter anderem für Kirschen, Wein, Feigen und Aprikosen. Was dort wuchs, ist nur dürftig dokumentiert. Einen Hinweis geben die Auszeichnungen, die der Hofgärtner Hermann Sello auf den Jahresausstellungen des Berliner Gartenbauvereins erhielt. Prämiert wurden unter anderem verschiedene Kürbissorten, Riesenerdbeeren, Feigen, Maiskolbensortimente, Pfirsiche, Aprikosen und Melonen. Pfirsiche in Brandenburg, in einem Land, das zu den niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands gehört. Nördlich der Maulbeerallee liegt der Paradiesgarten, etwa 2,5 Hektar, auch Paradiesgärtlein genannt. Friedrich Wilhelm IV. beauftragte seinen Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné bereits 1841 mit Plänen für einen umfriedeten Nutzgarten in der Art eines italienischen Gartens. Hermann Sello legte ihn zwischen 1841 und 1845 an und bepflanzte den südlichen Abschnitt mit Wein, Mais, Kürbis, Artischocken und weiterem Gemüse zwischen den schon vorhandenen Maulbeerbäumen, die er mit Weinfestons verband. Und nun kommt die Vorlage, auf der dieser Garten beruht. Dem Gesamtkonzept lagen die Beschreibungen des römischen Senators Plinius des Jüngeren über dessen Landgüter Tuscum und Laurentinum zugrunde. Die Architekten Ludwig Persius und Ludwig Ferdinand Hesse ergänzten Kleinarchitekturen: ein Brunnenhäuschen von 1845/1846 und eine Wasserkaskade von 1846. Die Wege waren zum Teil mit berankten Pergolen überdeckt, auch das nach antikem Vorbild. Ein preußischer König ließ sich einen Garten nach Briefen aus dem ersten Jahrhundert bauen. 1937 erhielt der Paradiesgarten nach Plänen des Gartenbauinspektors Heinz Scheffler ein anderes Aussehen, mit Teich und Bachlauf, wodurch Sellos Gestaltung verloren ging. Ab 1950 gingen Hofgärtnerei und Paradiesgarten an eine Hochschule, seit 1991 gehört der Garten zur Universität Potsdam.

Kurzfassung

Sie stehen im Botanischen Garten Potsdam, angelegt 1950 auf dem Gelände des ehemaligen Terrassenreviers am Nordrand des Parks Sanssouci. Das Areal umfasst etwa fünf Hektar. In Gewächshäusern und auf Freiflächen werden fast 9.000 Pflanzenarten in Kultur erhalten.

Für Kinder

Hier wachsen fast 9.000 verschiedene Pflanzenarten, in Gewächshäusern und draußen. Früher war das der Nutzgarten des Königs. Hier wuchs sein Essen. Und zwar nicht nur Kohl und Möhren, sondern Feigen, Pfirsiche, Aprikosen, Melonen, Artischocken, Riesenerdbeeren und viele Sorten Kürbis. Das war schwierig, denn in Brandenburg ist es dafür eigentlich zu trocken und im Winter zu kalt. Darum baute man Gewächshäuser. Ein König wollte sogar einen Garten haben wie im alten Rom, mit Wein über den Wegen. Welche Frucht würdest du hier anbauen wollen?

Quellen

Koordinaten: 52.4041, 13.0252 · auf der Karte

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