Sie stehen am Obeliskportal, dem Ostausgang des Parks Sanssouci, errichtet 1747 aus Sandstein. Stellen Sie sich einen Moment in die Mitte und schauen Sie nach Westen. Was Sie sehen, ist eine Linie. Die Hauptallee verläuft von hier rund zwei Kilometer in westöstlicher Richtung durch den Park und verbindet das Portal in einer Sichtachse mit dem Neuen Palais, dem Gästeschloss Friedrichs des Großen, das 1763 bis 1769 am anderen Ende entstand. Zwischen diesen beiden Punkten liegt der ganze Park. Das Portal war früher da als das Palais, um sechzehn Jahre. Die Achse wurde also nicht nachträglich gefunden, sondern von Anfang an gelegt. Das Portal gehörte zu den ersten bildhauerischen Arbeiten der Gartenanlage nach Fertigstellung des Schlosses. Friedrich beauftragte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff mit der künstlerischen Gestaltung. Auf Wunsch des Königs entstand ein Pendant zum Gartenportal des Rheinsberger Schlosses, das Knobelsdorff ebenfalls entworfen hatte, und zwar in Erinnerung an die Kronprinzenzeit in Rheinsberg. Ein Mann lässt sich das Tor seiner Jugend nachbauen. Die Bildhauerarbeiten führte Friedrich Christian Glume aus. Schauen Sie nun auf die beiden Säulengruppen. Sie sind identisch, zehn Meter hoch und heißen Tetrapylone. Jede besteht aus vier kannelierten korinthischen Säulen von 6,30 Metern Höhe auf quadratischen Sockeln. Darauf ruht ein Gebälkstück, bekrönt von einer Vase und von Putten. An die Säulengruppen schließen sich, vom Park aus gesehen, konvex verlaufende Mauern an. Auf ihnen stehen Flora, die römische Göttin der Blumen, und Pomona, die Göttin der Früchte. Im weiteren Verlauf folgen Vasen, an den Enden Treppen mit Nymphen. Die originalen Sandsteinplastiken aus der Werkstatt Glumes wurden um die Mitte des 20. Jahrhunderts durch Kopien ersetzt. Was Sie dort oben sehen, ist also eine zweite Fassung. Im Dezember 2024 begannen die Vorbereitungen, die beiden Säulengruppen zu demontieren. Bis Herbst 2025 sollten sie saniert werden und danach an ihren Platz zurückkehren. Angesetzt waren dafür 450.000 Euro. Jetzt noch der Namensgeber. Wenige Meter außerhalb des Parks, an der Schopenhauerstraße, steht der Obelisk. Er zeigte schon in friderizianischer Zeit die Grenze des Areals an. Der Steinpfeiler entstand 1748 nach Entwürfen Knobelsdorffs, ausgeführt vom Steinmetzen Johann Christian Angermann. Die schmückenden Hieroglyphen stammen entweder von Johann Michael Hoppenhaupt oder von dessen jüngerem Bruder Johann Christian. Und hier kommt die schönste Einzelheit dieser Station: Die ägyptisierenden Schriftzeichen beinhalten keinen Text. Sie sind freie Fantasie des Künstlers. Im 18. Jahrhundert konnte niemand Hieroglyphen übersetzen. Wer also vor diesem Obelisken steht und zu lesen versucht, liest Dekoration.
Sie stehen am Obeliskportal, dem Ausgangsportal am östlichen Ende des Parks Sanssouci. Es wurde 1747 aus Sandstein errichtet. Von hier verläuft die Hauptallee rund zwei Kilometer schnurgerade nach Westen zum Neuen Palais. Den Namen gab der Obelisk außerhalb des Parks.
Du stehst an einem Tor aus Sandstein, gebaut im Jahr 1747. Stell dich mitten ins Tor und schau geradeaus. Dort beginnt ein Weg, der zwei Kilometer schnurgerade durch den Park läuft, bis zu einem anderen Schloss. Vor dem Tor steht ein spitzer Steinpfeiler, ein Obelisk, so wie in Ägypten. Darauf sind ägyptische Schriftzeichen eingemeißelt. Willst du wissen, was sie bedeuten? Nichts. Damals konnte niemand diese Schrift lesen. Der Künstler hat die Zeichen einfach erfunden.
Koordinaten: 52.4025, 13.043333 · auf der Karte