Stadtohr

Stadtrundgang Osnabrück · Station 16 von 16

Bischöfliche Kanzlei

1782–1785 · klassizismus, fuerstbistum, bistum, verwaltung

Bischöfliche Kanzlei
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor der Bischöflichen Kanzlei in der Hasestraße, ursprünglich Fürstbischöfliche Kanzlei. Hier endet unser Rundgang. Die Regierung des Fürstbistums hatte lange keinen festen Sitz. Sie hielt sich dort auf, wo sich der Fürstbischof gerade befand. 1578 scheiterte Bischof Heinrich III. mit seiner Forderung an die Stände, ein festes Kanzleigebäude zu bezahlen, 1597 erging es Philipp Sigismund ebenso. Erst im frühen 17. Jahrhundert bekam die Regierung ihren ständigen Sitz in der Stadt, in einem Gebäude an der Domsfreiheit. Es verfiel. 1652 forderte Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg einen Neubau, doch die Mittel reichten nicht. Erst 1779 genehmigte man den Kauf der Martinikapelle und zweier benachbarter Vikarienhäuser, auf deren Grundstücken die Kanzlei entstehen sollte. Man entschied sich gegen den Entwurf des preußischen Hofbaumeisters Heinrich Ludwig Manger und für den billigeren von Clemens Lippers, Kanoniker am Stift St. Johann. Gebaut wurde schließlich nach den Plänen des Landbaumeisters Franz Schaedler. Justus Möser, dem wir am Marktbrunnen begegnet sind, hatte vergeblich dafür geworben, einen Baumeister aus Münster zu nehmen. Von 1782 bis 1785 entstand das Gebäude. Es leitete den Klassizismus in Osnabrück ein. Schauen Sie auf den Giebel zur Hasestraße. Dort sitzt das Wappen Friedrichs von York mit den Wahlsprüchen Honi soit qui mal y pense und Dieu et mon droit. Friedrich von York war von 1764 bis 1802 Fürstbischof, schon als Kleinkind war er dazu gewählt worden. Mit dem Ende des Hochstifts 1802 wurde die Kanzlei zur Land- und Justizkanzlei. 1896 kaufte das Bistum Osnabrück das Haus zurück. Am 13. September 1944 brannte es bei einem Bombenangriff aus, von 1948 bis 1950 wurde das Innere erneuert. Ein englisches Königswappen erneuerte 1966 der Bildhauer Fritz Szalinski. Dabei veränderte er es und setzte das sechsspeichige Rad des Osnabrücker Wappens in die Mitte. Unter der Haupttreppe führt eine außergewöhnlich niedrige Tür in den Keller. Zu besonderen Anlässen wie der Maiwoche und dem Weihnachtsmarkt wird dort ausgeschenkt, der Erlös kommt Hilfsprojekten der Caritas oder der Malteser zugute. Heute hat hier die Zentrale des römisch-katholischen Bistums ihren Sitz. Damit schließt sich der Kreis: Wir begannen am Dom, der Kathedrale dieses Bistums, und enden an seiner Zentrale. Dazwischen liegen mehr als tausend Jahre Stadtgeschichte. Danke, dass Sie mitgegangen sind.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Bischöflichen Kanzlei in der Hasestraße. Der klassizistische Sandsteinbau entstand von 1782 bis 1785 für die Regierung des Hochstifts Osnabrück. 1896 kaufte das Bistum das Haus zurück. Heute hat hier die Zentrale des katholischen Bistums ihren Sitz.

Für Kinder

Du bist am Ende des Rundgangs. Dieses Haus wurde von 1782 bis 1785 für die Regierung des Fürstbischofs gebaut. Heute arbeitet hier die Leitung des Bistums. Schau zum Giebel: Dort ist ein Wappen mit zwei Sprüchen. Es gehört zu Friedrich von York. Er wurde schon als Kleinkind zum Fürstbischof gewählt. Im Keller gibt es manchmal Essen und Trinken für einen guten Zweck. Der Eingang ist eine sehr niedrige Tür. Welche Station hat dir am besten gefallen?

Quellen

Koordinaten: 52.278, 8.04383 · auf der Karte

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