Stadtohr

Stadtrundgang Oldenburg · Station 8 von 15

Stadtmuseum Oldenburg

1915 · stadtmuseum, stiftung, kunstsammler, villen

Stadtmuseum Oldenburg
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Stadtmuseum Oldenburg. Am Anfang steht ein Mann: Theodor Francksen, 1875 geboren, 1914 gestorben, Sohn eines Kaufmanns, Jurist und Kunstsammler. Er sammelte Graphik, Antiken, Ostasiatika, Gemälde und kunstgewerbliche Objekte mit oldenburgischem Bezug vom siebzehnten bis zum zwanzigsten Jahrhundert. Allein seine Graphiksammlung hatte etwa siebentausend Blätter. Dazu gehörten fast die komplette Graphik von Max Klinger und von Francisco de Goya und rund hundert Blatt japanischer Farbholzschnitte des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Mit dieser Sammlung richtete Francksen das Wohnhaus seiner Eltern ein, die Villa, die 1877 der Hofbaumeister Gerhard Schnitger in der Rosenstraße erbaut hatte. Als die Villa die Sammlungen nicht mehr aufnehmen konnte, erwarb er 1908 die Nachbarvilla des Kaufmanns Jürgens und ließ sie durch einen Zwischentrakt mit der ersten verbinden. 1910 machte er seine Sammlung interessierten Besuchern zugänglich. 1914 vererbte er seinen Kunstbesitz und seine beiden Villen der Stadt Oldenburg, mit der Verpflichtung, aus der privaten Sammlung ein städtisches Museum zu entwickeln. Am 1. Januar 1915 nahm die Stadt die Stiftung mit allen Rechten und Pflichten an. Zunächst leitete Helene Knoche, die langjährige Hausdame der Familie Francksen, das Museum bis 1938 ehrenamtlich. Erst 1956 hatte das Stadtmuseum mit Wilhelm Gilly einen hauptamtlichen Direktor. Das Haus wuchs mit den Jahren. Erheblichen Zuwachs brachte der Nachlass des Oldenburger Künstlers Bernhard Winter. 1968 entstand die Neue Galerie mit einem großen Wechselausstellungsraum, 1986 kam die Ballin’sche Villa hinzu, zuletzt das Café Hassenbürger. 1995 verdoppelte der Neubau des Saales der Claus-Hüppe-Stiftung die Fläche für Wechselausstellungen. Im Jahr 2000 folgte das Horst-Janssen-Museum, mit dem Stadtmuseum räumlich und organisatorisch verbunden. 2013 erwarb das Museum einen Großteil des Nachlasses von Wolf Gerlach, dem Erfinder der Mainzelmännchen. Im Frühjahr 2022 wurde die Neue Galerie von 1968 abgerissen. Ein Neubau und die Sanierung der Villen sind geplant. Während der Bauphase ist das Museum vorübergehend geschlossen, es führt aber Projekte in der Innenstadt durch. Zum Stadtmuseum gehört auch der Pulverturm, zu dem wir später kommen.

Kurzfassung

Sie stehen am Stadtmuseum Oldenburg. Es entstand 1915 als Stiftung des Kunstsammlers Theodor Francksen, der 1914 gestorben war. Zum Museum gehören drei historische Villen, die Artothek und der Pulverturm. Das alte Hauptgebäude wurde 2022 abgerissen, ein Neubau ist geplant.

Für Kinder

Ein reicher Mann namens Theodor Francksen hat Bilder, Zeichnungen und andere Kunstwerke gesammelt, Tausende. Allein seine Zeichnungen und Drucke füllten etwa siebentausend Blätter. Als er 1914 starb, schenkte er der Stadt Oldenburg alles, auch seine beiden Villen. Er wollte, dass daraus ein Museum wird. 1915 nahm die Stadt das Erbe an. Das war der Anfang des Stadtmuseums. Das Museum besitzt auch Dinge von Wolf Gerlach, der die Mainzelmännchen erfunden hat. Kennst du die?

Quellen

Koordinaten: 53.144489, 8.214702 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.