
Willkommen in Oldenburg. Wir beginnen am Schloss, denn von einer Burg an dieser Stelle aus wurde die Grafschaft verwaltet. Sie stehen vor der früheren Residenz der Grafen, Herzöge und Großherzöge von Oldenburg. Die Stadt war nacheinander Hauptstadt einer Grafschaft, eines Herzogtums, eines Großherzogtums, eines Freistaates und des Landes Oldenburg. Die Anfänge liegen im 7. oder 8. Jahrhundert: Im Bereich des heutigen Marktplatzes entstand nahe einer Furt über die Hunte eine bäuerliche Siedlung. 1108 wird der Ort unter dem Namen Aldenburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Um 1100 legten die Grafen von Oldenburg hier eine Burg an, zur Kontrolle einer Fernhandelsstraße von Westfalen nach Ostfriesland. Sie erhoben einen Zoll, und in Kriegszeiten konnten sie den Durchgang versperren. Der Boden ist morastig, die Gebäude mussten auf Pfahlroste aus Eichen gegründet werden. Um 1400 erhielt die Anlage unter Graf Dietrich dem Glücklichen einen Ringgraben mit Außenwall und wurde zur Wasserburg. Der Bergfried in der Hofmitte stand auf dem weichen Grund schief, schon 1599 hatte er eine Schräglage eingenommen. 1608 wurde er abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt regierte Graf Anton Günther seit 1603. Er züchtete Pferde, die als Oldenburger bald sehr begehrt waren, und seine Stadt wurde im Dreißigjährigen Krieg nie belagert oder geplündert. Er wollte die verschachtelte Wasserburg in ein repräsentatives Wasserschloss verwandeln, mit italienischen Stadtpalazzi als Vorbild. 1607 begann Baumeister Anton Reinhardt mit den ersten Maurerarbeiten, von 1609 bis 1615 folgte ihm Andrea Spezza aus Arogno im Tessin. An der Fassade im Stil der Renaissance wirkte der Bildhauer Ludwig Münstermann mit. Das ehrgeizige Projekt kam spätestens zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges aus Kostengründen zum Erliegen. 1667 starb Anton Günther ohne legitimen Erben. Der größte Teil seines Herrschaftsgebietes fiel für mehr als hundert Jahre an das verwandte dänische Königshaus, im Schloss residierte ein dänischer Statthalter. Ab 1785 war das Haus wieder Residenz, nun der Herzöge, die nach dem Wiener Kongress zu Großherzögen aufstiegen. Ab 1817 ließ Herzog Peter Friedrich Ludwig die Innenräume modernisieren. Eines dieser klassizistischen Zimmer ist das Idyllenzimmer: Der Hofmaler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein schuf dort bis 1820 einen Zyklus von dreiundvierzig kleinen Gemälden mit Szenen aus der griechischen Mythologie, Schäferstücken, Satyrn und Nymphen. Die Idee dazu hatte er mit Goethe auf einem Italienaufenthalt entwickelt. Der Dichter sollte die Verse beisteuern, der Maler die Stiche. Nach der Abdankung des Großherzogs im November 1918 stand das Schloss leer. Die Regierung des Freistaates bestimmte es 1919/20 zum Landesmuseum, 1923 wurde es der Öffentlichkeit übergeben.
Sie stehen vor dem Schloss Oldenburg, der ehemaligen Residenz der Grafen, Herzöge und Großherzöge. Graf Anton Günther ließ es ab 1607 im Stil der Renaissance bauen, auf einer mittelalterlichen Burg. Heute hat hier das Landesmuseum Kunst und Kultur seinen Sitz.
Du stehst vor einem Schloss. Hier haben früher Grafen, Herzöge und Großherzöge gewohnt. Ganz am Anfang, um 1100, stand hier eine Burg. Der Boden war weich und morastig, darum wurde der Turm in der Mitte schief. 1608 hat man ihn abgerissen. Graf Anton Günther ließ das Schloss umbauen, nach dem Vorbild von Stadtpalästen in Italien. Drinnen gibt es ein Zimmer mit vielen kleinen Bildern, auf denen griechische Götter und Schäfer zu sehen sind. Heute ist in dem Schloss ein Museum. Was meinst du: Warum wird ein Turm auf weichem Boden schief?
Koordinaten: 53.1378, 8.21667 · auf der Karte