Sie stehen vor St. Paul, einer römisch-katholischen Filialkirche im Stil der Moderne. Eine Saalkirche unter dem Patrozinium des Paulus von Tarsus, heute Teil der Pfarrei St. Franziskus Offenbach in der Region Mainlinie im Bistum Mainz. Das erste Datum ist das wichtigste. 1798 wurde die Pfarrgemeinde St. Paul gegründet, und zwar als erste katholische Pfarrei in Offenbach nach Einführung der Reformation. Das heißt: über zweihundertfünfzig Jahre lang gab es hier keine katholische Pfarrei. Offenbach war erst lutherisch, dann reformiert, und die Konfession der Stadt wurde vom Landesherrn bestimmt. An der Evangelischen Stadtkirche und an der Französisch-Reformierten Kirche werden wir das von der anderen Seite betrachten. Eine Gemeinde ist aber noch kein Gebäude. In den Anfangsjahren feierten die katholischen Gläubigen ihre Gottesdienste in der evangelischen Stadtkirche und in der Kapelle des Isenburger Schlosses. Dreißig Jahre lang zu Gast bei anderen. Beide Orte liegen auf unserem Weg, Sie werden sie wiedererkennen. 1826 begann der eigene Bau, 1828 war er fertig, im Stil des Klassizismus, nach Plänen des Darmstädter Landesbaumeisters Georg Lerch. Diesen Bau sehen Sie nicht. Im Zweiten Weltkrieg wurde St. Paul fast vollständig zerstört. Nach Kriegsende trug man die baulichen Reste ab und errichtete an gleicher Stelle einen Neubau im Stil der Moderne, ausgeführt nach Plänen von Carl Müller und 1953 fertiggestellt. Bleiben Sie bei diesem Satz einen Moment: an gleicher Stelle. Das ist in Offenbach eine Entscheidung, die mehrfach so gefallen ist. Die Stadtkirche wurde nach 1944 auf ihren Umfassungsmauern wieder aufgebaut, in zeitgemäßen Formen. Das Büsing-Palais bekam seinen Hauptflügel erst vier Jahrzehnte später zurück. Hier wurden die Reste abgetragen und etwas Neues an denselben Platz gesetzt. Dreimal dieselbe Lage, dreimal eine andere Antwort. Die Jahreszahl 1953 steht dabei nicht allein: im selben Jahr wurden die Seitenflügel des Büsing-Palais mit Museum und Bücherei bezogen, und im selben Jahr entstand das Klingspor Museum. Eine Stadt, die gleichzeitig ihre Kirchen und ihre Sammlungen wieder aufstellt. Zur Ausstattung nennt die Quelle zwei Dinge. Die heutige Orgel wurde 1995 vom Orgelbauunternehmen Oberlinger in Windesheim angefertigt; sie verfügt über vierzig Register auf drei Manualen und Pedal. Und die Kirche besaß im Laufe ihrer Geschichte vier verschiedene Geläute. Vier Geläute für eine Kirche, die zweimal gebaut wurde. Welche Glocken wann hingen, führt eine Quelle nicht aus, und ich erfinde es nicht dazu.
Sie stehen vor St. Paul, einer römisch-katholischen Filialkirche im Stil der Moderne. Die Pfarrgemeinde wurde 1798 als erste katholische Pfarrei in Offenbach nach Einführung der Reformation gegründet. Die erste Kirche entstand 1826 bis 1828, der heutige Bau 1953.
Du stehst vor der katholischen Kirche St. Paul. Sie sieht modern aus, und das hat einen Grund. In Offenbach durfte sehr lange niemand katholisch Gottesdienst feiern. Erst 1798 wurde die erste katholische Gemeinde gegründet. Am Anfang hatte sie kein eigenes Haus. Die Leute gingen in die evangelische Kirche oder in die Kapelle vom Schloss und feierten dort. 1828 war ihre eigene Kirche endlich fertig. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie fast ganz zerstört. Danach baute man an derselben Stelle ein neues Haus, das 1953 fertig wurde. Darin stehst du jetzt.
Koordinaten: 50.105628, 8.757983 · auf der Karte