Sie stehen vor der Stadtbibliothek Offenbach, die bis 2002 Stadtbücherei hieß. Etwa 130.000 Medieneinheiten, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Hörbücher, CDs. Und ein Satz, der in der Bibliotheksgeschichte zählt: die Stadtbücherei Offenbach wurde zur ersten Freihandbücherei Deutschlands. Freihand heißt, dass sich jeder Besucher seine Bücher selbst heraussuchen durfte, ohne einen Bibliothekar bemühen zu müssen. Das klingt heute nach nichts. Es war der Bruch mit einem Prinzip, bei dem man einen Titel nennt und wartet, bis ihn jemand holt. Im November 1953 besuchte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss die Bücherei deswegen. Der Weg dorthin begann 1901 in der Herrnstraße. Der 1889 gegründete Verein Ausschuss für Volksvorlesungen eröffnete in der ehemaligen Lateinschule eine Lesehalle, mit einer finanziellen Beihilfe von 500 Mark durch die Stadtverordnetenversammlung. Ausgelegt waren Zeitungen, Zeitschriften und etwa hundert Nachschlagewerke. Ab 1904 durfte sie offiziell Stadtbücherei heißen, eine Ausleihe war aber nicht möglich. Erst am 17. März 1907 wurde sie städtische Einrichtung. Und dann zog sie um, immer wieder. 1907 bezog sie Räume im ersten Obergeschoss des Isenburger Schlosses, wo sie bis 1934 blieb. Als dort das Stadtarchiv eingerichtet wurde, ging es weiter: an den Dreieich-Park, dann in das ehemalige Hospital an der Kaiserstraße. Als das Hospital Sitz des Magistrats wurde, folgte die Bismarckstraße. 1952 der Linsenberg, 1984 der Bernardbau, 1986 ein Flügel des Büsing-Palais. Sieben Adressen in knapp achtzig Jahren. Behalten Sie zwei davon im Ohr: das Isenburger Schloss und den Bernardbau. Beide sind spätere Stationen dieses Rundgangs, und beide waren vorher etwas völlig anderes. In dieser Stadt ziehen die Einrichtungen durch die Häuser. Eine architektonische Besonderheit sollten Sie sich ansehen, den sogenannten Bücherturm. Dieser Raum wurde in seiner ersten Form von Adolf Bayer konzipiert. Er ist kreisrund, und er wird von Terrassen mit Bücherregalen umgeben, die auf ein Atrium blicken. Das Atrium wird auch für Lesungen genutzt. Erschlossen ist der Turm über eine Wendeltreppe und einen externen Aufzug, im obersten Stockwerk liegt ein Saal für Veranstaltungen. Stellen Sie sich das einmal von unten vor: Sie stehen im Atrium, und über Ihnen liegen die Bücher auf Terrassen ringsum. Seit 1979 vergibt das Haus den Literaturpreis Schriftsteller im Bücherturm. Zu den Preisträgern gehören Hans-Christian Kirsch, Saliha Scheinhardt, Elke Heidenreich und Jan Seghers. Seit 1974 gibt es eine Kinder- und Jugendbibliothek, seit 1965 mit Unterbrechungen einen Bücherbus. Eine Zweigstelle in Lauterborn, 1969 eröffnet und 1979 als Mediothek in die Edith-Stein-Schule umgezogen, wurde 1992 aus finanziellen Gründen geschlossen.
Sie stehen vor der Stadtbibliothek Offenbach, früher Stadtbücherei. Sie war die erste Freihandbücherei Deutschlands: hier durfte sich jeder Besucher seine Bücher selbst heraussuchen. Städtische Einrichtung wurde sie am 17. März 1907. Der Bestand umfasst rund 130.000 Medieneinheiten.
Du stehst vor der Stadtbibliothek. Hier gibt es etwa 130.000 Bücher und andere Sachen zum Ausleihen. Das Besondere ist etwas, das du selbstverständlich findest: Du darfst selbst zum Regal gehen und dir ein Buch nehmen. Früher ging das nicht. Da musste man einen Titel nennen, und jemand holte das Buch aus einem Lager. Offenbach war die erste Stadt in Deutschland, in der die Leute selbst stöbern durften. Deswegen kam 1953 sogar der Bundespräsident zu Besuch. Suche den Bücherturm: Er ist rund, und die Regale stehen ringsherum auf Stufen.
Koordinaten: 50.1081, 8.76107 · auf der Karte