Sie stehen vor dem Büsing-Palais. Heute gilt es als eines der repräsentativsten Gebäude in Offenbach am Main, es ist Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz und Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main. Dass ein Wohnhaus auf einer Industrieroute liegt, ist kein Fehler. Es gehörte Fabrikanten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ließen sich die wohlhabenden Unternehmer Peter Bernard und Johann Georg d'Orville hier ein Herrenhaus samt Landschaftsgarten errichten. Den Namen Bernard hören Sie an der vorletzten Station dieses Rundgangs wieder, am Bernardbau. Die beiden Familien führten gemeinsam eine Schnupftabakfabrik, und dieses Haus war ihr Wohnsitz und zugleich eine Erweiterung ihres Betriebs. 1775 nutzte der junge Frankfurter Dichter Johann Wolfgang Goethe dieses Herrenhaus mit Lili Schönemann für einen Sommer. Merken Sie sich das Jahr, wir kommen im Lili-Park darauf zurück, und dort wird eine Jahreszahl eine Rolle spielen. Der heutige Name kam mit einer Erbschaft. 1891 ging das Anwesen an Adolf Freiherr von Büsing-Orville, dessen Mutter aus der Familie d'Orville kam. Er beauftragte den Architekten Wilhelm Manchot, das Herrenhaus ab 1899 zu einem neobarocken Stadtpalais auszubauen. Die Künstler Rudolf und Otto Linnemann aus Frankfurt schufen vor dem Ersten Weltkrieg Farbverglasungen für das Gebäude. 1921 ging das Palais in den Besitz der Stadt Offenbach über, die es als Rathaus nutzte. Gehen Sie auf die Parkseite, dort steht der Satz, um den es mir geht. Dem Gebäude ist über seine ganze Breite eine Terrasse vorgelegt, abgeschlossen von einer Sandsteinbalustrade, erreichbar über einen Treppenaufgang, der von zwei liegenden Löwen flankiert wird. Diese beiden Löwen haben die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs weitgehend unbeschadet überstanden. Das Haus hinter ihnen nicht. Im Dezember 1943 zerstörte ein Luftangriff das Palais bis auf die Außenmauern. Der Wiederaufbau erzählt, wie eine Stadt ihre Reihenfolge setzt. 1952 und 1953 wurden zunächst die Seitenflügel wieder errichtet, und dort zogen das Klingspor-Museum und die Stadtbibliothek ein, also die beiden Stationen, an denen wir gerade waren. Der zerstörte Hauptflügel blieb liegen. Erst mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 18. Dezember 1980 wurde sein Wiederaufbau entschieden, nach Entwurf der Architekten Michael Poeschel, Fritz Petermann und Walter Petermann. Richtfest war am 6. August 1982, die Wiedereröffnung am 21. September 1984. Einundvierzig Jahre nach der Zerstörung. Heute nutzt ein benachbartes Hotel Teile des Palais als Tagungsräume und vermietet Räumlichkeiten für Veranstaltungen. Im Innenhof finden im Sommer Konzerte statt. Der Bau ist zweigeschossig unter einem schiefergedeckten Mansardwalmdach, die verputzten Fassaden sind durch Werkstein-Gesimse und segmentbogige Fensterlaibungen gegliedert. Eingeschossige Zwischenbauten mit Kolonnaden verbinden das Palais mit zwei Pavillons an der Herrnstraße.
Sie stehen vor dem Büsing-Palais, einem neobarocken Stadtpalais. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ließen sich die Unternehmer Peter Bernard und Johann Georg d'Orville hier ein Herrenhaus mit Landschaftsgarten errichten. Ab 1899 baute Wilhelm Manchot es zum Palais aus. 1921 kam es an die Stadt.
Du stehst vor einem Palais, einem sehr vornehmen Haus. Gebaut haben es im 18. Jahrhundert zwei reiche Fabrikanten, Peter Bernard und Johann Georg d'Orville. Einen Sommer lang wohnte hier 1775 der Dichter Goethe. Später baute ein Erbe das Haus noch prächtiger um. Dann kam der Krieg. Im Dezember 1943 fielen Bomben, und vom Palais standen nur noch die Außenmauern. Zwei steinerne Löwen an der Treppe zum Park haben das fast unbeschädigt überlebt. Such sie einmal. Der Mittelteil des Hauses wurde erst 1984 wieder aufgebaut, vierzig Jahre später.
Koordinaten: 50.1078, 8.76028 · auf der Karte