Sie stehen vor St. Sebald, der ältesten Pfarrkirche Nürnbergs. Von hier bis zum Rathaus sind es wenige Schritte, und diese Nähe ist keine Zufälligkeit der Stadtplanung, sondern die Verfassung der Reichsstadt in Stein. Zuerst der Bau. Unter dieser Kirche lag ein Vorgängerbau, der wohl dem heiligen Petrus geweiht war; von ihm wurde eine offensichtlich zweischiffige Krypta ausgegraben. An seiner Stelle entstand zwischen 1225 oder 1230 und 1273 eine doppelchörige Pfeilerbasilika. Sie folgt in vielen Baumotiven dem Bamberger Dom: zwei Chöre, eine Doppelturmfassade, eine polygonale Apsis am Westchor, der 1274 geweiht wurde. Deshalb wirken hier einzelne Bauteile romanisch, obwohl der Innenaufriss gotisch ist. 1309 brach man die beiden Seitenschiffe wieder ab und verbreiterte sie bis in die Flucht der Querschiffe. Bei dieser Erweiterung schufen die Steinmetze am südlichen Seitenschiff das Weltgerichtsportal, dessen Tympanon Szenen des Jüngsten Gerichts zeigt. Von 1361 bis 1372 wurde der Ostchor über der Grablege des Stadtheiligen zu einem Hallenumgangschor ausgebaut. In diese Zeit fällt wohl auch die Umwidmung der Kirche von St. Petrus auf St. Sebald. Nun zur Ratskirche. Seit dem 14. Jahrhundert war St. Sebald die Kirche des Rats. Das hatte eine harte Folge: Bis ins späte 15. Jahrhundert war es beinahe ausschließlich den Nürnberger Ratsgeschlechtern gestattet, hier feste Ausstattungsstücke zu stiften. Wer nicht dazugehörte, kam mit seinem Geld nicht hinein. Gelegentlich stiftete der ganze Rat gemeinsam und stellte so seine Geschlossenheit zur Schau, etwa bei den Fenstern des Hallenchors, die von den Bürgermeistern des Jahres 1379 gestiftet wurden. Im Chorhaupt hängt das Kaiserfenster, 1514 von Kaiser Maximilian I. gestiftet, gefertigt vom Glasmaler Veit Hirsvogel, teils nach Entwürfen Dürers und Hans Süß von Kulmbachs. Das wichtigste Stück aber ist das Grab des Stadtpatrons. Die Gebeine lagen seit dem 14. Jahrhundert in einem silbernen Schrein. Ende des 15. Jahrhunderts entschied man, ein Gehäuse aus Bronze darum zu setzen. Gegossen wurde es von 1508 bis 1519 von Peter Vischer dem Älteren zusammen mit seinen Söhnen Peter dem Jüngeren und Hermann. Es ist eine Kleinarchitektur mit reichem Figurenschmuck und gilt als frühes Beispiel dafür, wie Formen der italienischen Renaissance nördlich der Alpen aufgenommen wurden. Von den Luftangriffen zwischen 1940 und 1945 wurden vor allem Dach und Gewölbe weitgehend zerstört. Die kostbare Ausstattung blieb in großen Teilen erhalten, weil man sie rechtzeitig ausgelagert oder eingemauert hatte. Auch das Weltgerichtsportal überstand den Krieg. Am 22. September 1957 wurde die um den rekonstruierten Ostchor ergänzte Kirche wieder eingeweiht, im Beisein von Bundespräsident Theodor Heuss.
Sie stehen vor St. Sebald, der ältesten Pfarrkirche Nürnbergs. Gebaut wurde sie zwischen 1225 und 1273 als doppelchörige Pfeilerbasilika. Benannt ist sie nach dem Einsiedler Sebaldus, dem Stadtpatron, der hier begraben liegt. Wegen ihrer Nachbarschaft zum Rathaus hieß sie die Ratskirche.
Das ist die älteste Pfarrkirche von Nürnberg. Sie hat zwei Chöre, einen im Osten und einen im Westen. Drinnen liegt Sebaldus, der Schutzheilige der Stadt. Seine Knochen lagen in einem silbernen Kasten. Vor fünfhundert Jahren hat die Familie Vischer ein Gehäuse aus Bronze darum gegossen, elf Jahre lang haben sie daran gearbeitet. Die Kirche steht direkt neben dem Rathaus, und das war Absicht: Hier ging der Stadtrat hin. Im Krieg wurden Dach und Decke zerstört, aber die Kunstwerke waren vorher weggebracht und eingemauert worden.
Koordinaten: 49.455314, 11.076475 · auf der Karte