Sie stehen vor dem Albrecht-Dürer-Haus, und damit am Ende dieses Rundgangs. Schauen Sie von hier nach oben. Sie sehen die Kaiserburg, auf der wir angefangen haben. Aus den Fenstern dieses Hauses hat man denselben Blick, und deshalb spricht man oft vom Dürer-Haus am Fuße der Kaiserburg. Zuerst das Gebäude. Die ältesten Balken konnten dendrochronologisch, also über die Jahresringe des Holzes, auf 1418 datiert werden. Das legt die Errichtung gegen 1420 nahe. Wikidata nennt für dieses Haus das Jahr 1826, der Wikipedia-Quelle die Erbauung gegen 1420. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt; 1826 ist das Jahr, in dem die Stadt das Haus kaufte. Es hat vier Geschosse, die unteren beiden in Sandstein gemauert, die oberen beiden in Fachwerk. Vor Dürer wohnte hier ein Mann, der den Himmel vermaß. 1501 erwarb Bernhard Walther das Haus, ein Kaufmann und Astronom. Die heutige Form der oberen Geschosse und des Dachbereichs geht im Wesentlichen auf seine Umbauten zurück. Insbesondere ließ er in den stadtseitigen Südgiebel mehrere kleine Fenster für das einbauen, was in den Quellen das gewergk der astronomey heißt. Im Nürnberger Stadtarchiv liegt ein Vertrag mit den Nachbarn, in dem ihm verboten wurde, aus diesen neuen Fenstern irgendetwas auf das Nachbardach zu schütten. 1509 verkaufte die Familie Walther das Haus für 275 Gulden an Albrecht Dürer; der Kaufvertrag ist noch vorhanden. Dürer wohnte und arbeitete hier bis zu seinem Tod im Jahr 1528, mit seiner Frau Agnes, seiner Mutter Barbara und einer unbestimmten Zahl von Lehrlingen, Gesellen und Hausangestellten. Danach wechselte das Haus mindestens vierundzwanzigmal den Besitzer, 1791 wohnte ein Tischler darin. Vergessen wurde es trotzdem nie: 1675 beschrieb Joachim von Sandrart seine Lage so genau, dass jeder Interessierte es finden konnte. Im Hinblick auf den dreihundertsten Todestag Dürers 1828 erwarb die Stadt Nürnberg das Haus 1826 und ließ darin ein Gedenkzimmer einrichten. 1871, zum vierhundertsten Geburtstag, wurden Nutzung und Erhaltung einem Verein übertragen, der es seither als Museum führt. Und nun der Satz, mit dem dieser Rundgang endet. Trotz schwerer Beschädigungen hat dieses Haus die fast vollständige Zerstörung der Nürnberger Altstadt am Ende des Zweiten Weltkriegs erstaunlich gut überstanden. 1949 wurde es wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, noch vor den großen Stadtkirchen, dem Rathaus und der Stadtbibliothek. Zuerst das Haus eines Handwerkers, dann die Kirchen. Im Haus hängen zwei große Holzschnitte Dürers von 1515, seine Sternkarten. Es sind die ersten in Europa gedruckten Himmelskarten. Entstanden in einem Haus, in dessen Giebel ein Astronom seine Fenster gebrochen hatte. Schauen Sie noch einmal hinauf zur Burg.
Sie stehen vor dem Albrecht-Dürer-Haus am Tiergärtnertor. Das Wohnhaus wurde gegen 1420 errichtet; Wikidata nennt das Jahr 1826, in dem die Stadt es kaufte. Von 1509 bis zu seinem Tod 1528 lebte und arbeitete hier Albrecht Dürer. Seit 1949 ist das Haus ein Museum.
Hier hat Albrecht Dürer gewohnt, der berühmteste Maler der Stadt. Er kaufte das Haus 1509 für 275 Goldstücke und blieb bis zu seinem Tod 1528. Vorher wohnte hier ein Sternforscher. Er baute kleine Fenster in den Giebel, um den Himmel zu beobachten. Die Nachbarn ließen sich schriftlich versprechen, dass er nichts aus diesen Fenstern auf ihr Dach schüttet. Im Krieg wurde fast die ganze Altstadt zerstört, aber dieses Haus blieb stehen. Schau nach oben: Da ist die Burg, wo wir angefangen haben.
Koordinaten: 49.4572, 11.0739 · auf der Karte