Stadtohr

Stadtrundgang Nordhausen · Station 7 von 15

St. Petri

1334 · kirche, aussichtsturm, gedenkort, petersberg

St. Petri
Foto: Tilman2007, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Petri-Turm auf dem Petersberg, der früher Löseberg genannt wurde. Auf diesem Berg befand sich vermutlich ein germanischer Kultplatz als Dingstätte. 1220 wurde hier eine Kirche St. Petri erstmals urkundlich erwähnt. Der Bau der Kirche, die bis 1945 bestand, begann 1334. Um sie herum entwickelte sich ein Handwerker- und Wohnviertel, der Kirchturm entstand von 1362 bis 1377. 1522 hielt Lorenz Süße, der Prior des nahegelegenen Augustinerklosters, in dieser Kirche die erste protestantische Predigt in Nordhausen. Am 9. Dezember 1660 warf ein Sturm einen der vier Nebenhelme des Turms herunter, ein zweiter wurde bald darauf entfernt, um Platz für eine Bläsergruppe zu schaffen. 1731 erhielt der Turm eine Turmwächterwohnung, 1772 eine neue Kugel mit einem Posaunenengel auf der Spitze. Zum Geläut gehörten vier Glocken. Die Vesperglocke erklang seit dem 6. September 1612 jeden Tag mittags um zwölf Uhr, die Bierglocke wurde jeden Abend um acht Uhr geläutet. Die Kirche hatte eine Kanzel von 1612 mit Reliefs biblischer Szenen, einen barocken Altar von 1751 und ein bronzenes Taufbecken von 1429. Dieses Taufbecken steht heute in der Justus-Jonas-Kirche. In der Nacht vom 3. auf den 4. April 1945 fiel die Kirche einem britischen Luftangriff zum Opfer. Viele Menschen hatten in dem Gotteshaus Schutz gesucht und kamen ums Leben. Das Gebäude erhielt mehrere Volltreffer, der brennende Turm stürzte auf das Kirchendach. Nur die Ruine des Turms blieb stehen. Nach der Beseitigung der Trümmer ließ man den Stumpf des Turms stehen. 1954 bekam er ein notdürftiges Dach, am 4. April 1987 einen Turmhelm. Seit 1990 ist der Turm ein Luftkriegs-Gedenkort. Ein Raum der Ruhe ist dem Gedenken an die mehr als hundert Menschen gewidmet, die dort Schutz gesucht hatten und bei den Bombeneinschlägen getötet wurden. Die Lage des früheren Kirchenschiffs ist markiert. Seit 1994 wird der 62 Meter hohe Turm als Aussichtsturm genutzt. Der Rundblick reicht bis zum Harz und zum Kyffhäuser, zum Eichsfeld und zur Hainleite. Von 2000 bis 2004 wurde das Areal des Petersbergs für die zweite Thüringer Landesgartenschau umgestaltet.

Kurzfassung

Sie stehen am Petri-Turm auf dem Petersberg. Die Kirche St. Petri wurde 1334 begonnen und im April 1945 bei einem britischen Luftangriff zerstört. Nur der Turm blieb. Er ist 62 Meter hoch und seit 1994 ein Aussichtsturm.

Für Kinder

Du stehst an einem hohen Turm auf dem Petersberg. Früher stand daneben eine große Kirche, die Petri-Kirche. Sie wurde im April 1945 bei einem Luftangriff zerstört. Viele Menschen hatten in der Kirche Schutz gesucht, mehr als hundert von ihnen kamen ums Leben. Nur der Turm blieb stehen. Heute ist er 62 Meter hoch und ein Aussichtsturm. Von oben kannst du bis zum Harz sehen. Ein Raum im Turm erinnert an die Menschen, die damals starben. Früher läutete hier jeden Abend um acht Uhr eine Glocke, die Bierglocke.

Quellen

Koordinaten: 51.50041, 10.79669 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.