
Sie stehen dort, wo die Marktkirche St. Nikolai stand, hinter dem Rathaus. Die evangelische Kirche war eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche. 1220 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt, damals war sie noch eine einschiffige romanische Hallenkirche, umgeben von einem Friedhof. Von ihr überdauerte nur der Westbau. Das dreischiffige Langhaus wurde 1490 fertiggestellt, die Jahreszahl steht im Schlussstein der Sakristei. Nach der Reformation wurde Nikolai die Hauptkirche der Stadt. Die Kirche war 30,7 Meter lang und 20,5 Meter breit, eine reine Hallenkirche ohne Querhaus. Am 21. August 1612 beschädigte ein Stadtbrand sie stark: Dach, gotische Turmhelme, alle Glocken, das Uhrwerk und die Orgel wurden zerstört. 1615 und 1616 ersetzte man die Turmhelme durch zwei schlanke laternengekrönte Hauben. Am 23. August 1710 kam der nächste Stadtbrand, das Schieferdach brannte völlig ab, die Türme samt Glocken und Uhrwerk wurden zerstört. Am 21. August 1712 wurde die Kirche erneut betroffen. Die beiden Türme wurden danach nicht wieder aufgebaut, die Glocken hängte man zunächst im Gang zwischen Kirche und Rathaus auf. 1823 begann der Bau einer Glockenstube im Westgiebel, sie wurde 1829 fertig. Im Inneren stand ein Altar von 1646, vom Bildhauer Johann Duck aus Alabaster gefertigt, und eine Renaissance-Kanzel mit sieben Alabasterreliefs. Eine hölzerne Madonnenstatue aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert war 1,4 Meter groß. In den 1920er Jahren wurde ein Nebenraum durch eine Spende zur Traukapelle umgestaltet, zur Rosenthalkapelle, in Erinnerung an den im Ersten Weltkrieg gefallenen Nordhäuser Hans Rosenthal. Am 3. April 1945 wurde die Kirche beim Luftangriff auf die Stadt fast vollständig zerstört. Zahlreiche Menschen, die in ihr Schutz gesucht hatten, kamen ums Leben. 1956 wurden die baulichen Reste abgetragen, auf dem Gelände entstand ein Parkplatz. Von August 2008 bis Juni 2009 untersuchte man den Platz archäologisch. Seit 2011 wurde hier das Bürgerhaus der Stadt gebaut, mit der Stadtbibliothek. Es wurde im September 2014 eröffnet. Die nächste Station liegt im selben Haus.
Sie stehen dort, wo die Marktkirche St. Nikolai stand, hinter dem Rathaus. Die spätgotische Hallenkirche wurde 1220 erstmals erwähnt und am 3. April 1945 fast vollständig zerstört. Heute steht hier das Bürgerhaus mit der Stadtbibliothek.
Du stehst dort, wo einmal die große Marktkirche St. Nikolai stand, hinter dem Rathaus. Sie war eine Kirche mit drei Schiffen, spätgotisch, und wurde 1220 zum ersten Mal erwähnt. Dreimal brannte sie bei großen Stadtbränden, 1612, 1710 und 1712. Am 3. April 1945 wurde sie bei einem Luftangriff fast ganz zerstört. Viele Menschen hatten dort Schutz gesucht und kamen ums Leben. Die Reste wurden später abgetragen. Heute steht hier das Bürgerhaus mit der Bibliothek, es wurde 2014 eröffnet. Was glaubst du, welche Bücher du dort gern ausleihen würdest?
Koordinaten: 51.50216293, 10.7937727 · auf der Karte