Stadtohr

Stadtrundgang Münster · Station 3 von 16

Bibelmuseum Münster

1979 · museum, bibel, universitaet

Ausführlich

Sie stehen vor dem Bibelmuseum der Universität Münster. Dieses Haus sammelt nicht Kunst, sondern Textzeugen, und der Unterschied ist größer, als er klingt. Zum Hintergrund: Das Museum wurde als Abteilung des Instituts für Neutestamentliche Textforschung von Kurt Aland gegründet. Dieses Institut arbeitet an der Frage, wie der Text des Neuen Testaments eigentlich lautet, denn es gibt kein Original, es gibt Handschriften, und die weichen voneinander ab. Deshalb liegen hier Handschriften und Drucke seit dem 16. Jahrhundert, vor allem zum griechischen Neuen Testament. Dazu kommen Handschriften und Drucke der lateinischen Bibel und der deutschen Bibel, besonders der Übersetzung Martin Luthers, und weitere moderne Übersetzungen. Insgesamt zeigt die Ausstellung 1500 Bibeln, Handschriften und Schriftfragmente, Bibelillustrationen und einen originalgetreuen Nachbau der Gutenbergpresse. Regelmäßig kommen Leihgaben der privaten Schøyen Collection aus Oslo dazu. Im April 2010 erhielt das Museum Deutschlands größte private Bibelsammlung, die des Sammlers Walter Remy: 379 lateinische, 200 griechische und 16 mehrsprachige Bibeln aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. 22 griechische Handschriften des Museums sind digitalisiert und stehen in einem virtuellen Handschriftenraum des Instituts zur Verfügung, 37 gedruckte Bibeln der Sammlung sind frei zugänglich. Nun die Hausgeschichte, und sie hat eine Pointe für alle, die bauen. Eröffnet wurde das Museum am 8. März 1979, in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel. Den Grundstock bildete eine private Sammlung, ergänzt durch den Bestand des Instituts. 1986 übernahm Barbara Aland die Leitung, das Museum wurde um drei Räume erweitert, und seitdem sind etwa 350 Exponate dauerhaft ausgestellt; der Rest wird in Sonderausstellungen gezeigt. 2004 übernahm Holger Strutwolf die Leitung, seit 2017 ist Jan Graefe Kustos. Gegen Ende des Jahres 2006 zog das Museum an die Pferdegasse, gegenüber dem Kunstmuseum. Und dann wurde umgebaut. Von 2014 bis 2019 war das Museum geschlossen, wegen umfassender Umbauarbeiten und einer neuen Sammlungspräsentation. Vorgesehen waren dafür zunächst neun Monate. Es wurden fünf Jahre. Gehen Sie von hier nach Westen, in Richtung Aegidiistraße. Dort steht eine Kirche, die ihr Inventar verloren hat.

Kurzfassung

Sie stehen an der Pferdegasse vor dem Bibelmuseum der Universität Münster, gegenüber dem Kunstmuseum. Es ist das umfassendste Museum zur Geschichte der Bibel in Deutschland. Eröffnet wurde es am 8. März 1979. Gezeigt werden 1500 Bibeln, Handschriften und Schriftfragmente.

Für Kinder

In diesem Haus geht es um ein einziges Buch: die Bibel. Aber es liegt nicht nur eine davon hier, sondern 1500 Bibeln, Handschriften und kleine Schriftstücke. Vor der Erfindung des Buchdrucks musste jemand jedes Buch mit der Hand abschreiben. Dabei passieren Fehler. Deshalb arbeiten Forscher hier an der Frage: Was stand eigentlich wirklich im ältesten Text? Im Museum steht auch eine nachgebaute Druckmaschine von Gutenberg. Mit so einer Presse wurden die ersten gedruckten Bücher gemacht. Das Museum war einmal fünf Jahre lang geschlossen, obwohl der Umbau nur neun Monate dauern sollte. Kennst du das auch, dass etwas länger dauert als gedacht?

Quellen

Koordinaten: 51.9612, 7.62344 · auf der Karte

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