Stadtohr

Stadtrundgang München · Station 5 von 16

Nationaltheater München

1818 · oper, klassizismus, brand, wiederaufbau

Ausführlich

Sie stehen vor dem Nationaltheater, und diese Station erzählt von Feuer. Gebaut wurde das Haus 1811 bis 1818 von Karl von Fischer für König Maximilian I. Joseph. Schon während des Baus ging es schief: 1813 wurden die Arbeiten wegen Finanzierungsproblemen unterbrochen, und 1817 vernichtete ein Brand einen Teil des Neubaus. Als am 12. Oktober 1818 eröffnet wurde, war von Fischers monumentalen Plänen nur ein Teil verwirklicht. Am 14. Januar 1823 brannte das Theater bis auf die Grundmauern. Während der Aufführung fing die Dekoration Feuer. Das Löschwasser war eingefroren. König Maximilian I. saß mit dem Kronprinzen Ludwig und dem Baumeister Leo von Klenze im Haus und ließ das Brauwasser des nahegelegenen Hofbräuhauses beschlagnahmen, um damit zu löschen. Das Gebäude war nicht zu retten, aber das Übergreifen auf die Nachbarhäuser wurde verhindert. Bald verbreitete sich das Gerücht, man habe mit Bier gelöscht. Am Hofbräuhaus kommen wir in wenigen Minuten vorbei. Den Wiederaufbau finanzierte die Stadt München. Dabei fügte Klenze die ursprünglich geplante, aber nicht ausgeführte Säulenvorhalle hinzu, und so entstand die charakteristische Platzfassade mit dem doppelten Dreiecksgiebel. Am 2. Januar 1825 wurde wiedereröffnet. 1854 wurde die Maximilianstraße verbreitert, ein Teil des Hauses musste weg, dafür vergrößerte man den Orchestergraben. Unter Ludwig II., einem glühenden Verehrer Richard Wagners, wurden hier Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg, Das Rheingold und Die Walküre uraufgeführt. Am 18. Januar 1885 brannte erstmals elektrisches Licht im Haus. Einem historischen Bericht nach war es die größte Lichtanlage Deutschlands: sechs Edison-Dynamomaschinen, betrieben von drei Dampfmaschinen mit zusammen 350 Pferdestärken, 2.500 Glühbirnen. Dann das dritte Feuer, und es kam aus der Luft. Beim Luftangriff vom 3. Oktober 1943 wurde das Haus bis auf die Umfassungsmauern zerstört. Am Vorabend war noch Eugen d’Alberts Tiefland dirigiert worden. Richard Strauss war erschüttert, und seine Trauer war der Ausgangspunkt für seine Metamorphosen für 23 Solostreicher. Man entschloss sich, das alte Theater zu rekonstruieren. Der Wiederaufbau lief von 1958 bis 1963, kostete 62 Millionen Deutsche Mark und wurde zum Teil aus Spenden der Bevölkerung gedeckt. Am 21. November 1963 war Wiedereröffnung. Heute fasst der Zuschauerraum 2.101 Personen, die Bühnenfläche umfasst 2.400 Quadratmeter. Schauen Sie noch auf die Giebelfelder: Das obere Mosaik Pegasus und die Horen ist erhalten, das untere wurde im Krieg zerstört und 1972 durch eine moderne Figurengruppe ersetzt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Nationaltheater am Max-Joseph-Platz, der Spielstätte der Bayerischen Staatsoper. König Max Joseph ließ es 1811 bis 1818 von Karl von Fischer als Königliches Hof- und Nationaltheater errichten. Das klassizistische Gebäude wurde zweimal zerstört und zweimal wiederaufgebaut.

Für Kinder

Das ist ein Opernhaus. Von außen sieht es aus wie ein griechischer Tempel, mit vielen hohen Säulen. Und dann brannte es. Mitten in einer Vorstellung fing die Bühnendekoration Feuer. Das war im Januar, und das Löschwasser war eingefroren. Der König saß selbst im Zuschauerraum. Er ließ schnell das Wasser aus dem Brauhaus nebenan holen. Danach erzählten sich die Leute, man habe das Feuer mit Bier gelöscht. Das Haus wurde neu gebaut. Im Jahr 1885 gab es hier zum ersten Mal elektrisches Licht: 2.500 Glühbirnen. Heute passen 2.101 Menschen hinein.

Quellen

Koordinaten: 48.139722222, 11.578888888 · auf der Karte

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