Sie stehen vor dem Hofbräuhaus, und das ist keine Station über Bier, sondern über einen Saal, in dem Geschichte gemacht wurde. Zuerst die Nüchternheiten. 1607 entstand hier das Weisse Bräuhaus, 1608 kamen die Sudstätten für das Braunbier. Das Hofbräuhaus gehörte von Anfang an den bayerischen Herrschern, daraus leitet es das Wort Hof im Namen ab. 1852 ging es in das Eigentum des Staates über. Seit den 1760er Jahren kam das obergärige Weißbier aus der Mode, 1872 gab man seine Herstellung ganz auf. Dem Braumeister Georg Schneider gelang es, das nun nicht mehr benötigte Weißbierregal von König Ludwig II. zu erwerben. Daraus entstand eine bürgerliche Brauerei, die bis heute besteht. 1896 beschloss Prinzregent Luitpold, die Brauerei nach Haidhausen zu verlegen und den Gastbereich stark zu vergrößern. Max Littmann baute ihn im Stil der Neorenaissance um. Am 22. Mai 1896 wurde am Platzl das letzte Bier gesotten, am 22. September 1897 war Eröffnung. Kosten: 819.000 Goldmark. Und nun der Saal. Am 13. April 1919, einem Palmsonntag, riefen Betriebs- und Soldatenräte hier die Kommunistische Räterepublik aus. Sie löste die wenige Tage zuvor proklamierte Räterepublik Baiern ab, und die Ausrufung fand während eines Kampfes gegen die Republikanische Schutzwehr statt. Am 24. Februar 1920 wurde im Hofbräuhaus vor etwa 2000 Anwesenden die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei gegründet. Sie ging durch Umbenennung aus der Deutschen Arbeiterpartei hervor, und Adolf Hitler verkündete dabei das Parteiprogramm. Am 14. Juni 1920 wurde hier auf Initiative des Alpenvereins die bayerische Bergwacht gegründet. Drei Gründungen in sechzehn Monaten, in einem Wirtshaus. 1945 wurde das Hofbräuhaus bis auf die Schwemme vollständig zerstört. Zur 800-Jahr-Feier Münchens 1958 war die Rekonstruktion mit der Wiedereröffnung des Festsaals abgeschlossen. Heute bietet die Schwemme im Parterre an Holztischen Platz für rund 1000 Personen, der Festsaal im Obergeschoss mit seinem neun Meter hohen Gewölbe für etwa 1500. Zwei Einzelheiten zum Mitnehmen. Für Stammgäste gibt es in der Schwemme Regale, in denen sie ihre Bierkrüge einschließen können. Und das Lied In München steht ein Hofbräuhaus, das heute weltweit zu den beliebtesten Stimmungsliedern gehört, entstand 1935 und wurde von einem Berliner komponiert. Wikidata nennt als Jahr 1589, eine Quelle nennt 1607 für das Weisse Bräuhaus an diesem Ort. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt.
Sie stehen am Platzl vor dem Hofbräuhaus. Es war lange Zeit Sitz der Brauerei Hofbräu München und von der Gründung an im Besitz der bayerischen Herrscher. Ab 1806 war es Königliches Hofbräuhaus, 1852 übergab König Maximilian II. es in das Eigentum des bayerischen Staates.
Dieses Haus ist ein sehr großes Gasthaus. Es gehörte früher den bayerischen Herzögen und Königen, deshalb steht Hof in seinem Namen. Hier gibt es etwas Besonderes: Regale mit Türchen. Stammgäste schließen darin ihre eigenen Trinkbecher ein, damit niemand sonst sie benutzt. Weißt du, woher das Wort Bockbier kommt? Vor über 400 Jahren holte man einen Braumeister aus der Stadt Einbeck. Sein Bier hieß darum Ainpöck. Daraus wurde in München Bock. Und das bekannte Lied über das Hofbräuhaus hat jemand aus Berlin geschrieben.
Koordinaten: 48.137777777, 11.579722222 · auf der Karte