Sie stehen vor dem Alten Rathaus am Marienplatz. Der Ratssaal darin ist der Grund, warum sich diese Station lohnt. Jörg von Halsbach baute das spätgotische Rathaus ab 1470, nachdem der Vorgängerbau 1460 durch Blitzschlag zerstört worden war. Im Keller saßen die Gefangenen, im Erdgeschoss wurde Brot verkauft, und darüber lag der Saal. Seine Holztonnendecke schnitzte Hans Wenger 1476 und 1477, den Wappenfries in der Kämpferzone mit 99 Stadtwappen schuf Ulrich Fuetrer. Erasmus Grasser schmückte den Saal mit Wappen des Hauses Wittelsbach, in der Mitte der doppelköpfige Reichsadler, umgeben von einem Strahlenkranz, der mit Sonne und Mond an den Saalenden einen kosmischen Bezug herstellte. Der gemalte Wappenfries stellte die Ordnungs- und Herrschaftsmächte der damaligen Welt dar. Besonders erwähnenswert sind aber zehn kleine Holzfiguren von Erasmus Grasser, die Moriskentänzer. Sie zeigen einen Tanz, der im 15. Jahrhundert sehr beliebt war, und entstanden um 1480 für diesen Saal. Im Festsaal stehen heute Kopien, die Originale besitzt das Münchner Stadtmuseum. Das Haus war nie nur bürgerlich. 1677 tagte hier der Bayerische Landtag. 1848 wählten die Münchner hier ihre Abgeordneten für die Frankfurter Nationalversammlung. Und am 9. November 1938 hielt Joseph Goebbels in diesem Gebäude eine Rede, die als Auftakt der Reichspogromnacht gilt. Das Äußere hat jede Mode mitgemacht. Um 1625 wurde die Fassade barockisiert, der Turm bekam eine Zwiebelkuppel. 1778/79 veränderte Augustin Demmel die Westfassade im Spätbarock. 1861 bis 1864 gestaltete Arnold Zenetti alles neugotisch um. Der dabei entstandene Zinnengiebel entspricht nicht der Darstellung des ursprünglichen gotischen Giebels im Volckmer-Plan von 1613. Der Kunsthistoriker Julius Fekete hat die Inkonsequenz kritisiert: Die beiden Herrscherstatuen Ludwigs des Bayern und Heinrichs des Löwen und die Wappen der Regierungsbezirke stammen aus dem 19. Jahrhundert und passen nicht in die Epoche der Gotik. Bei einem Luftangriff am 25. April 1944 wurde das Haus schwer beschädigt, der Turm musste im Dezember 1944 wegen Einsturzgefahr gesprengt werden. Der Saalbau wurde 1953 bis 1958 rekonstruiert, der Festsaal erst 1977, der Turm 1971 bis 1974 nach dem gotischen Original von 1493. Im Oktogon der Turmspitze hängt die Marktglocke. Sie wird zu jeder halben und vollen Stunde geschlagen und jeden Werktag kurz vor 11 Uhr für zwei Minuten geläutet. Im Turm sitzt heute das Spielzeugmuseum. Eine Quelle nennt an einer Stelle 1470 bis 1475 als Bauzeit, an anderer 1470 bis 1480. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt.
Sie stehen vor dem Alten Rathaus am Marienplatz. Den gotischen Bau errichtete Jörg von Halsbach, genannt Ganghofer, ab 1470. Bis 1874 war er Sitz des Münchner Magistrats. Der Turm ist 56 Meter hoch und wurde 1971 bis 1974 nach dem gotischen Original von 1493 rekonstruiert.
Dieses Haus mit dem spitzen Giebel war früher das Rathaus. Unten im Keller war das Gefängnis, im Erdgeschoss wurde Brot verkauft, und darüber lag ein großer Saal mit einer Decke aus Holz. In diesem Saal standen zehn geschnitzte Figuren, die Moriskentänzer. Sie tanzen und verziehen dabei das Gesicht. Im Turm gibt es jetzt ein Spielzeugmuseum: Holzspielzeug, Blechspielzeug, Puppen, Teddybären und Eisenbahnen. Und wenn du an einem Werktag kurz vor 11 Uhr hier bist, hörst du die Marktglocke zwei Minuten lang läuten.
Koordinaten: 48.136803673, 11.576995294 · auf der Karte