Sie stehen vor der Feldherrnhalle, und an diesem Bau hängen drei Schichten Geschichte, die sich nicht sauber trennen lassen. Zuerst das Bauwerk. Errichtet 1841 bis 1844 von Friedrich von Gärtner für Ludwig I., aus Kelheimer Kalkstein, nach dem Vorbild der Loggia dei Lanzi in Florenz. Sie ersetzte das Wirtshaus Bauerngirgl und das abgerissene Schwabinger Tor und wurde zum südlichen Auftakt der Ludwigstraße. Dann die Denkmäler. Unter dem östlichen Bogen steht das Tillydenkmal für den Feldmarschall Johann T’Serclaes von Tilly, der im Dreißigjährigen Krieg die Truppen der Katholischen Liga führte. Unter dem westlichen Bogen das Wrededenkmal für Carl Philipp von Wrede, der am 8. Oktober 1813 den Vertrag von Ried unterzeichnete, durch den Bayern auf die Seite der Alliierten wechselte. Beide Denkmäler entwarf 1844 Ludwig von Schwanthaler, gegossen hat sie Ferdinand von Miller. Münchner spotten, der eine sei kein Bayer gewesen und der andere kein Feldherr. Der Satz ist ein Zitat aus Lion Feuchtwangers Roman Erfolg. 1892 kam auf Wunsch des Prinzregenten Luitpold ein bayerisches Armeedenkmal an die Rückwand, aus seiner Privatschatulle finanziert. Die Vorgaben waren genau: keine sterbenden Krieger, nichts aggressiv Antifranzösisches, keine Reichssymbolik, der Defensivcharakter des Heeres sollte betont werden. Ferdinand von Miller löste das mit einem nahezu nackten antiken Krieger, der seinen Schild über eine Allegorie des Friedens hält. Das Schwert liegt zu seinen Füßen, der Löwe hinter der Gruppe ruht. Eine Tafel nennt die Zahlen: 134.744 Bayern kämpften 1870/71, 3825 starben. Und dann die dritte Schicht. Am Morgen des 9. November 1923 marschierte Adolf Hitler mit seinen Anhängern auf die Feldherrnhalle zu. Vor dem Bau kam es zur Konfrontation mit der Bayerischen Landespolizei. Getötet wurden vier Polizisten, dreizehn Putschisten und ein unbeteiligter Schaulustiger. Nach 1933 machten die Nationalsozialisten die Halle zu einem Ort ihrer Propaganda. Auf dem oberen Plateau stand eine Tafel, von einer Ehrenwache der SS bewacht, und jeder Passant war verpflichtet, sie mit dem Hitlergruß zu ehren. 1945 wurde die Tafel entfernt. Jetzt gehen Sie bitte ein paar Schritte nach hinten, in die Viscardigasse. Viele Passanten nahmen damals diesen Weg von der Residenzstraße in die Theatinerstraße, um der Tafel und dem Gruß auszuweichen. Die Münchner nennen die Gasse deshalb bis heute teilweise Drückebergergassl. Im März 2025 begann eine Generalsanierung, drei Jahre angesetzt, 12,2 Millionen Euro.
Sie stehen vor der Feldherrnhalle am Odeonsplatz. Sie wurde 1841 bis 1844 im Auftrag Ludwigs I. nach Entwurf von Friedrich von Gärtner errichtet. Als Vorlage diente die Loggia dei Lanzi in Florenz. Das Material ist Kelheimer Kalkstein.
Diese offene Halle mit den drei großen Bögen ist 1841 bis 1844 gebaut worden. Links und rechts der Treppe liegen zwei Löwen aus Marmor. Der Bildhauer hat sie nach einem echten Löwen aus dem Münchner Tierpark gemacht. Der Löwe hieß Bubi. In der Zeit, als die Nationalsozialisten regierten, hing hier eine Tafel. Alle, die vorbeigingen, mussten sie grüßen. Viele Leute wollten das nicht. Sie gingen deshalb heimlich durch die kleine Gasse hinter der Halle. Dort musste man nicht grüßen. Die Gasse heißt bis heute Drückebergergassl.
Koordinaten: 48.14166, 11.57726 · auf der Karte