Stadtohr

Stadtrundgang Mönchengladbach · Station 6 von 16

Wasserturm Mönchengladbach

1907 · wasserturm, jugendstil, trinkwasser

Ausführlich

Sie stehen vor dem Wasserturm an der Viersener Straße, und dieser Turm hatte von Anfang an zwei Aufgaben. Die erste kam von der Stadtverwaltung: Trinkwasser sichern. Die Stadt wuchs schnell, und bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gab es insgesamt sechs Wassertürme. Die zweite Aufgabe war die Idee des Stadtbaumeisters Otto Greiß selbst: Dieser Turm sollte ein Wahrzeichen der Stadt werden. Gebaut wurde er im Jugendstil, nach zwei Jahren Bauzeit am 14. November 1909 eingeweiht, zu Baukosten von zweihundertzwölftausend Mark. Zur Technik, denn sie bestimmt die Form. Im Turm stehen zwei Behälter übereinander. Der untere fasst etwa zweitausenddreihundert Kubikmeter und versorgt die tieferliegenden Gebiete, der obere achthundert Kubikmeter für die Oberstadt. Mit diesem Turm wurde erstmals die Last des oberen Behälters nicht über zusätzliche Stützen im Inneren getragen, sondern allein durch die Außenwände. Der innere Schaftdurchmesser beträgt am Boden zwanzig Meter, der Turm ist einundfünfzig Meter hoch. Zwischen den beiden Wassertanks ist der hohe Raum begehbar. Bis zum Aussichtsumgang führen zweihundertvierunddreißig Stufen. Jetzt schauen Sie nach oben und arbeiten sich hoch. Unten am Turmfuß stehen ein Maschinenwärterhaus, ein Treppenturm und ein überdachter Verbindungsgang. Der schlanke, runde Treppenturm endet in Höhe des ersten Behälters. Über dem zweiten Behälter führen kleine Wendeltreppen-Türmchen bis zur Aussichtsplattform. Sechs solcher Türmchen mit geschweiften Hauben bilden zugleich den unteren Rand des Turmdaches, das mehrfach geschweift ist und von einer etwa fünf Meter hohen achteckigen Laterne bekrönt wird. Der Grundriss des Turmkopfes ist achteckig, die Erkeraufbauten sind aus Eisenbeton, alle Dächer mit Kupferplatten gedeckt. Die roten Klinker stehen im Kontrast zu den hellgelb gestrichenen Putzspiegeln, für die Rothenburger Muschelkalksand verwendet wurde. Und nun suchen Sie Gesichter. Im oberen Skulpturenkranz sitzen steinerne Gesichtsplastiken des Mönchengladbacher Bildhauers Emil Hollweg. Er verewigte damit den damaligen Oberbürgermeister Hermann Piecq und Mitglieder seiner Familie. Über dem Balkon auf halber Höhe ist das Stadtwappen als Relief gestaltet, und darin erscheint ein Sohn Piecqs als Heiliger Vitus, dem Patron der Abtei, zu der wir noch kommen. Der untere Skulpturenkranz zeigt Wassertiere, Fische und Krebse. Den Namen Hollweg merken Sie sich; am Rathaus steht noch eine Figur von ihm. Der Turm überlebte den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden, obwohl er weithin sichtbar war. 1987 und 1988 ließen die Wasserwerke ihn für eine Million Mark renovieren, vor allem das Kupferdach. 1998 folgte eine zweite Renovierung, 2024 ein neuer heller Außenanstrich, den Industriekletterer auftrugen. Zum hundertsten Geburtstag 2009 gab es eine weithin sichtbare Lichtschau. Besteigen kann man den Turm zwischen März und August an jedem ersten Sonnabend im Monat, um 10, 11 und 12 Uhr, kostenlos.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Wasserturm an der Viersener Straße, auch Neuer Wasserturm genannt. Er ist einundfünfzig Meter hoch und wurde am 14. November 1909 eingeweiht. Entworfen hat ihn der Stadtbaumeister Otto Greiß im Jugendstil. Der Bau kostete zweihundertzwölftausend Mark.

Für Kinder

Das ist ein Wasserturm, einundfünfzig Meter hoch. In ihm stehen zwei große Wasserbehälter übereinander. Der untere versorgte die tiefer liegenden Häuser mit Trinkwasser, der obere die Häuser oben auf dem Berg. Bis zur Aussichtsplattform sind es zweihundertvierunddreißig Stufen. Der Baumeister hieß Otto Greiß. Er wollte nicht nur einen nützlichen Turm bauen, sondern auch einen, auf den die Stadt stolz ist. Deshalb hat der Turm Türmchen, ein geschweiftes Dach und Figuren aus Stein. Schau nach oben: Da sind Gesichter. Es sind der Bürgermeister von damals und seine Familie. Weiter unten findest du Fische und Krebse. Wen würdest du an deinem Haus verewigen?

Quellen

Koordinaten: 51.201, 6.42653 · auf der Karte

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