Sie stehen am Dicken Turm, der auch Krapohl-Turm genannt wird. Mit der anschließenden Mauer ist er der markante Rest der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung von Gladbach. Erbaut wurde zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert, und das Objekt schließt unmittelbar an die mittelalterliche Altstadt an: am Nordwesthang des Abteiberges, zwischen Altem Markt und Turmstiege, Waldhausener Straße, Ludwigstraße und Aachener Straße. Nehmen Sie die Maße, denn sie sagen etwas über die Absicht. Der Rundturm hat etwa zwölf Meter fünfzig Außendurchmesser. Daran schließt eine rund dreißig Meter lange Mauer an, und an deren Ende steht ein kleiner Nebenturm auf halbkreisförmigem Grundriss mit etwa fünf Metern Durchmesser. Gemauert wurde aus Feldbrandziegeln, also aus Ziegeln, die im offenen Feldbrand gebrannt wurden. Vor ihrer Sanierung war die Mauer bis zu sieben Metern Höhe erhalten. Eine Quelle nimmt an, dass an der Feldseite, wie bei den meisten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Befestigungen, zusätzlich ein Graben vorgelagert war. Das ist eine Annahme des Quelle, kein Befund, und ich gebe sie als solche weiter. Jetzt drehen Sie sich einmal um die eigene Achse, denn die beiden Seiten der Mauer sind heute verschieden. Die Stadtseite ist angeschüttet; von dort führt die Turmstiege als Fußweg hinauf zum Alten Markt, dorthin, wo wir als nächstes gehen. Auf der ehemaligen Grabenseite, also außen, entstand eine kleine Grünanlage. Wo früher der Angreifer stand, liegt heute Rasen. Das heutige Aussehen ist übrigens jung. 1974 wurde die Anlage freigelegt, rekonstruierend wieder aufgebaut und mit neu gestalteten Außenanlagen umgeben. Was Sie sehen, ist also mittelalterliche Substanz in einer Fassung der 1970er Jahre. Am 14. Mai 1985 wurde der Komplex unter der Nummer T 011 in die Denkmalliste der Stadt eingetragen, begründet aus stadthistorischen, bauhistorischen, architekturhistorischen und städtebaulichen Gründen. Halten Sie sich beim Weitergehen die Lage vor Augen. Oben auf dem Berg die Abtei und die Pfarrkirche, darunter der Markt, und hier, am Hang, die Grenze: Mauer, Turm, Graben. An der Wallstraße, durch die wir gekommen sind, lief dieselbe Linie weiter. Von dort ist nur noch der Straßenname geblieben, hier ist der Stein geblieben.
Sie stehen am Dicken Turm an der Turmstiege, einem Rest der alten Stadtbefestigung. Turm und Mauer entstanden zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert. Der Rundturm hat etwa zwölf Meter fünfzig Außendurchmesser. 1974 wurde die Anlage freigelegt und wieder aufgebaut.
Das ist der Dicke Turm. Er gehörte zur Stadtmauer, die Gladbach früher geschützt hat. Gebaut wurde er vor etwa sechshundert Jahren. Miss ihn einmal mit Schritten: Er ist über zwölf Meter dick. Daneben steht noch ein Stück Mauer, etwa dreißig Meter lang, und am Ende ein kleiner Turm. Die Ziegel wurden damals draußen auf dem Feld gebrannt. Auf der einen Seite der Mauer war die Stadt, auf der anderen Seite die Feinde. Wahrscheinlich war dort auch ein Graben. Heute ist auf der Feindseite eine Wiese, und auf der Stadtseite führt eine Treppe nach oben zum Markt. Wen würdest du mit einer Mauer aussperren?
Koordinaten: 51.1949501, 6.4298749 · auf der Karte