Stadtohr

Stadtrundgang Mönchengladbach · Station 8 von 16

Gasthaus St. Vith

· gasthaus, abtei, alter markt

Ausführlich

Sie stehen am Alten Markt 6 vor dem Gasthaus St. Vith, und der Name ist eine Adresse im doppelten Sinn. St. Vith ist der heilige Vitus, der Patron der Benediktinerabtei auf dem Abteiberg, und das Haus trägt das Wappen eines Abtes. Erbaut wurde es in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts: ein gelb geschlämmter Backsteinbau von drei Geschossen auf langgestrecktem Grundriss, mit einem unregelmäßigen Verlängerungsanbau und einer apsisartigen Erweiterung. Er steht dreiseitig frei, und jede der drei Fassaden ist anders ausgeführt. Beginnen wir mit der Hauptfassade zum Alten Markt. Sie ist symmetrisch gegliedert und schließt oben mit einem geschweiften Stufengiebel ab, der mit Fialen besetzt ist. Für die waagerechte Gliederung sorgen ein profiliertes Stockwerkgesims und die Fenster, die von Geschoss zu Geschoss versetzt angeordnet sind. Achten Sie auf die Größen: Sie nehmen nach oben ab. Links liegt der Gaststätteneingang mit profilierter Putzrahmung, rechts flankieren ihn zwei Rechteckfenster, alle drei mit Stichbogen. Die Fenster der beiden Obergeschosse schließen flach ab, haben darüber einen Entlastungsbogen und hölzerne Schlagläden. Das obere Giebelfeld bekommt nur noch durch zwei schmale, lukenähnliche Öffnungen Licht. Jetzt die Ecke zur Rathausstraße. Hier ist das Stockwerkgesims verkröpft und bildet eine Nische, in der eine Replik der Figur des St. Vith steht. Das Original befindet sich im Schloss Rheydt. Unterhalb der tragenden Konsole sitzt eine Kartusche mit einem Andreaskreuz: dem Wappenemblem des Abtes Peter Sieben, der von 1635 bis 1659 amtierte. Damit datiert sich das Haus selbst in die Zeit der Abtei, und es sagt Ihnen, wem es zugehörte. Gehen Sie die Rathausstraße ein Stück bergab und schauen Sie zurück. Diese Fassade folgt dem Gefälle: zuerst ein dreiachsiger Teil, dann ein abgeknickter Teil mit zwei Fensterachsen, dann die apsisartige Erweiterung. Vier schmiedeeiserne Maueranker sitzen in der Wandfläche zwischen den Fenstern. Im Erdgeschoss des abknickenden Trakts steckt noch eine ehemalige Toilettenanlage in aufwändiger Natursteinverkleidung aus dem Jahr 1905. Über dem halbrunden Anbau, der im ersten Obergeschoss ein vergittertes Rundbogenfenster hat und im zweiten als vierfach gebrochenes Polygon vorkragt, sitzt ein erneuerter barocker Turmhelm. Die dritte Seite, die Ostfassade, wendet sich der Hauptpfarrkirche zu. Sie ist schlichter und zweigeschossig, die Fenster sind asymmetrisch gesetzt und haben, wie fast alle am Haus, Natursteinfensterbänke und Schlagläden. Im steil geneigten Satteldach sitzen zur Rathausstraße drei spitzgieblige Gauben, zur Kirche hin zwei, und die stehen nicht in einer Achse. Am 4. Dezember 1984 wurde das Haus unter der Nummer A 011 in die Denkmalliste eingetragen.

Kurzfassung

Sie stehen am Alten Markt 6 vor dem Gasthaus St. Vith. Erbaut wurde es in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es ist ein gelb geschlämmter Backsteinbau mit drei Geschossen und einem geschweiften Stufengiebel. Am 4. Dezember 1984 kam es als Nummer A 011 in die Denkmalliste.

Für Kinder

Dieses Haus ist ein Gasthaus und über dreihundert Jahre alt. Oben hat es einen Giebel, der aussieht wie eine Treppe mit Schwung. Schau dir die Fenster an: Je höher sie liegen, desto kleiner werden sie. Ganz oben im Giebel sind nur noch zwei schmale Schlitze. An der Ecke steht in einer Nische eine Figur. Das ist der heilige Vitus, nach dem die Abtei hier oben benannt ist. Die Figur ist nur eine Kopie, das Original steht in einem Schloss. Darunter ist ein Wappen mit einem schrägen Kreuz. Es gehörte einem Abt, der vor fast vierhundert Jahren hier bestimmte. So sagt dir das Haus selbst, wie alt es ist. Welches Zeichen würdest du an dein Haus malen?

Quellen

Koordinaten: 51.19387, 6.43176 · auf der Karte

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